Freitag, 3. Mai 2013

Gewinner und Verlierer


Gewinner und Verlierer


Das einzige System, welches über einen sehr langen Zeitraum funktioniert hat, war wohl die Urgesellschaft, in der die Menschen zueinander fanden, Gemeinschaften bildeten, füreinander und miteinander dafür sorgten, Gefahren abzuwehren und alles Notwendige für den Lebensunterhalt zu beschaffen. Als die Menschen die ersten Waffen erfanden, war es mit dem Frieden vorbei, einige schwangen sich zu Führern auf, gaben sich Titel und Macht. Und dies, im Angesicht dessen, dass alle Menschen, die gleichen Vorfahren haben und aus derselben Ursuppe entstanden sind. Die Mehrklassengesellschaft sorgt immer für Gewinner und Verlierer. Anführer und Geführte, Nutznießer und Ausgenutzte bestimmen seither das Bild der Gesellschaften. Einige Gruppen und Individuen halten sich für unabhängig, aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung, sie verhielten und verhalten sich auch so.
Weder die führende, noch die geführte Klasse kann den Zustand, der völligen Unabhängigkeit erreichen. Alles was geschieht ist eng und über alle Grenzen hinweg, miteinander verwoben. Wer sich auf seine Unabhängigkeit verlässt, steht am Ende verlassen da. Der Gewinn der Einen wird aus dem Pool der anderen gewonnen. Ist dort nichts mehr zu holen, verarmt auch der Profiteur.
Was unterscheidet die Gesellschaft von heute, von der des Mittelalters? Von der des 18 oder 19 oder 20 Jahrhunderts? Abgesehen vom Technischen Fortschritt und dessen Errungenschaften, nichts.
Besitzer und Besitzlose, eben das typische Bild der Gewinner und Verlierer bestimmen das Bild auf dem gesamten Globus. Die Führer sind nicht in der Lage eine gerechte Gesellschaft für alle menschlichen Wesen zu schaffen. Das Gewinnstreben steht solchen Gedanken extrem im Wege. Man kann dies nur beobachten, einige erheben das Wort dagegen, doch erreichen sie damit nur punktuelle Veränderungen. Der Sieg gehört den Mächtigen und den, durch sie entwickelten Gesetzen. Viel Geld zieht noch mehr Geld an, Geld ist Macht und Macht macht erfinderisch. Wer nichts hat bekommt auch nichts und ist nichts.
Nichts wurde tatsächlich unternommen, um eine globale Ausgeglichenheit zu erschaffen, nichts kann unternommen werden, um die Verarmung zu stoppen, dies steht allen Gesetzen der Marktwirtschaft entgegen.  Und die Realitäten der Jetztzeit beweisen dies auf tragische Weise. Staatspleiten, Firmenpleiten, Bürgerinsolvenzen. Diese Dinge werden zwar als normaler Vorgang innerhalb der marktwirtschaftlichen Gegebenheiten bezeichnet, sind allerdings in der Anhäufung und Verbreitung nur die Wegweiser zum Endpunkt. Wie schon oft angemerkt, die fehlende Ausgeglichenheit und der Zwang der Gewinnmaximierung lassen am Ende den Kuchen verschwinden. Der Topf, der in endloser Folge neuen Brei kocht, ist leider nur im Märchen vorhanden.
Alles steht im Zusammenhang, aufstrebende Gesellschaften sollten alle Menschen mit einbeziehen und nicht den Erfolg auf dem Rücken der Unterschichten aufbauen. Die Möglichkeiten des Broterwerbs und Konsums für alle Beteiligten sicherzustellen, gehört zu den stark vernachlässigten Komponenten der Wirtschaft. Und dies zu beenden, muss auch global gelingen. Dazu bedarf es mehr, als Absprachen über Leitzinsen und Hilfskredite, womit und mit wem, will man die Produktions- und Gewinnschleifen am Leben erhalten, was soll ganz konkret die Wirtschaft beleben.
Wie will man Verlierer auf die Gewinnerseite ziehen, sie in die Wirtschaft mit einbeziehen, will man es überhaupt? Es geht nicht um die wenigen, die aus eigener Initiative heraus, ihr Leben selbstständig gestalten können, sondern um die Masse der Erwerbstätigen, die in der Abhängigkeit zu Arbeitgebern, ihre einzige Überlebenschance sehen und sich diesen gerne anvertrauen. Nur zu oft auf dieser Welt, wird dieses Vertrauen missbraucht und stehen diese Menschen immer wieder vor dem Nichts. „Win-Win“ Situationen werden gerne als Strategie in Konzernen angewendet. Meist sind damit die Firma und der Kunde gemeint, nicht jedoch der Mitarbeiter. Man sollte dem ganzen also ein „Win“ hinzufügen. Dies wäre zumindest eine logische Schlussfolgerung. Auch dies erfordert dann einige Gedankengänge mehr, mal Verzicht und mal Gewinn, halt ein ausgeglichenes Verhalten.
Es kommt immer auf die Ziele an, die man sich setzt. Wen erklärt man zum Gewinner und wen zum Verlierer. Je mehr Gruppen in die Gewinnerzone und die entsprechende Zielsetzung mit einbezogen werden, umso weniger Verlierer und Verlustzonen werden entstehen.
Kompliziert? Ja. Sinnvoll? Ja. Unmöglich? Nein? Es erfordert nur den Willen es zu tun.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Alles ist -„Kommunikation“- ist alles


Alles ist -„Kommunikation“-  ist alles


Die Meister der Kommunikation überall auf der Welt in allen möglichen Positionen haben bisher noch keinen Beitrag zu Verbesserung dieser Welt geleistet. Das Vorwort Experte, lässt die Masse in Ehrfurcht erstarren und fast alles für bare Münze  nehmen, was diese Menschen von sich geben.  Es kommt immer weniger auf den Inhalt, als vielmehr auf die Formen der Kommunikation an. Nimmt man zum Beispiel die politische Agenda 2010 unter die Lupe, bedeutete sie für viele Betroffene einen rasanteren Abstieg auf der sozialen Leiter des Systems. Alle jubelten. Diejenigen, die kurz darauf ihre Jobs verloren, kamen wohl erst in der Isolation auf den Gedanken, dass die gute, alte Regelung vorteilhafter war. Jetzt wurden sie aber nicht mehr nach ihrer Meinung gefragt! Denn plötzlich gehörten sie der anderen Seite der Gesellschaft an. Dem menschlichen Müll, der nur Kosten produziert und ein Klotz am Bein der kapitalistischen Gesellschaft darstellt. Klingt hart, ist aber rein rechnerisch so. Und wer heute noch fröhlich durch die Lande saust, kann morgen schon dazugehören. Ob Krankheit oder wirtschaftliche Fehlentwicklungen, das Ergebnis bleibt dasselbe.
Da wurde also etwas kommunikativ verkauft, was niemand persönlich erleben und ertragen möchte. Und dies in einem Umfeld, welches gekennzeichnet war und ist, von Lohnrückgängen und dem steten Abbau von qualitativ, ansprechenden Arbeitsplätzen. Nach jedem Boom, folgt die Sättigung. Wenn man alles so laufen lässt, wie es läuft. Nach jedem industriellen Zusammenbruch, entstehen weniger Ersatzarbeitsplätze. Oder anders gesagt, den sogenannten neuen Arbeitsplätzen stehen eine Menge unter- und überqualifizierter Menschen gegenüber, die einfach niemand haben will. Man sucht mal wieder den 20 jährigen Vollprofi, der gerade seine Lehre in genau dem neuentstandenen Fachgebiet abgeschlossen hat. Und wird nicht fündig. Und für alle anderen gilt: 2010.
Wie so oft, ist die Freude des Einen, das Leid des Anderen.
Verfolgt man das Tagesgeschehen, kann man deutlich erkennen, dass immer weniger Menschen in der Lage sind, die derzeitigen Geschehnisse in vernünftige, verständliche Sätze zu packen. Geschweige zu erklären, was dieses und jenes für Auswirkungen in der Zukunft haben wird. Immer mehr Personen des öffentlichen Lebens scheinen nicht im Ansatz über die notwendigen Informationen zu verfügen. Projekte des öffentlichen Interesses verzögern und verteuern sich wie von selbst. Wieso, weshalb und auch warum, bleibt tatsächlich im Dunkeln. In der heutigen Zeit, ein Vierteljahrhundert nach der Wende, braucht man nicht mehr zu erklären, man braucht nur zu nehmen. Der Widerstand, das Interesse, der Wille der Öffentlichkeit, des Volkes scheinen gebrochen. Nur Lärmbelästigung erzeugt noch Energie und kämpferische Protestaktionen.
24 Jahre schlecht Nachrichten mit lächelnden Gesichtern verbreitet, haben die Menschen abstumpfen lassen. Für ein Stück alte Mauer, welches dem Fortschritt oder dem Investment weichen muss, gehen die Menschen auf die Straße, für verarmte, getötete Kinder regt sich das Herz nicht mehr.
Wenn statt Worten, Fäuste fliegen, Ausgrenzung zum Alltag gehört, sich Kommunikation zum Druckmittel entwickelt, um Umsätze zu steigern, Wahrheiten zu umschreiben, die Lage der Verzweifelten zu negieren, man beginnt, Minderheiten zu betiteln, Entwicklungen zu beschönigen, Notwendigkeiten zu verdecken, Fehlverhalten zu missachten,  Unbehagen zu erzeugen, dann ist es soweit, die Waage neigt sich zur negativen Seite und die Waagschale füllt sich mit all dem schlechten, was der Mensch an sich nicht ertragen möchte aber in dieser Gesellschaft ertragen muss.
Die erlernten Kommunikationsstrategien der Vergangenheit treffen zunehmen auf wenig sprachbegabtes Publikum. Nachteile mit Vorteilen zu verdecken, Realitäten auszublenden, Gefahren zu verstecken, Ungenanntes als Gesagtes zu bezeichnen, den Sinn des Gesagten zu verschleiern, sprich, den Empfänger der Botschaft zu vereiern, ist heute immer noch möglich, wie vor Jahren, scheinbar sogar notwendiger, da die Marktverhältnisse sich zusehend verschlechtern.
Farben, Formen, Klänge, Visionen und Gerüche, alles ist Kommunikation, alles führt zu Gefühlen, diese bilden die Grundlagen für Meinungen. Dafür oder dagegen, mit oder ohne, ja oder nein, früher oder später, diese Entscheidungen sind abhängig von diesen vielen, oft unscheinbaren Faktoren, deren Wichtigkeit und Bedeutung zwar gerne im typisch menschlichen Zerlege Modus abstrahiert werden, deren gegenseitige Einflussnahme und Zusammengehörigkeit nur selten erschöpfend erklärt wird. Zu kompliziert, zu weitschweifend, zu wenig greifbar wären die Schlussfolgerungen. Musikern gelingt das Zusammenführen der Faktoren noch am besten, im Livekonzert.
Sicher lebt auch die Werbung, vom Wissen um die Einflussnahme jedes einzelnen Faktors. Sie wird immer schriller, bunter, lauter und schneller. Während das Leben und die Menschen immer langsamer und grauer werden und die Visionen des Lebens für sie eine ungewisse Form annehmen. Die Jugend mag noch schnell und laut sein, bis sie von den Nachstrebenden nach Jahren an den Rand gedrückt werden, von Menschen, die noch lauter und noch schneller sind.
Bleibt bei der Geschwindigkeit noch Zeit für Gefühle, kennt ein Motoradfahrer mit Tempo 220 auf der Autobahn noch das Gefühl Angst? Ist in einer Gesellschaft der Singles und Alleinerziehenden das Gefühl der Liebe noch tiefgreifend vorhanden? Können sich gute Gefühle, die das Vertrauen fördern überhaupt noch flächendeckend entwickeln?
Den Königen und Meistern der Kommunikation gelingt es heute, den Menschen ein gutes Gefühl zu machen, sie von Dingen zu überzeugen, die oftmals im Nachhinein als schmerzvolle Lektion des Lebens und des Vertrauens in die Familiensaga eingehen. Visionen und Geschichten, das Glück des Unglücklichen wird zelebriert, die Menschen mit leere infiltriert, mit nichts weiter als dem Glauben an ein Ergebnis, welches vielleicht eintritt, vielleicht auch nicht.
Die Visionen der Kommunikationsstrategen treffen in der heutigen Zeit immer öfter, auf völlig gegensätzliche Visionen der Empfänger. Egal, ob es sich um den Marktplatz innerhalb einer Stadt, eines Landes, eines Kontinents oder der Welt handelt, alles hat sich gewandelt, nichts ist einfach mal so erklärbar und nichts funktioniert so richtig gut.
Kommunikation führt zu Vertrauen oder Misstrauen, steigert die Umsätze und lässt sie zurückgehen, führt zu Krieg oder Frieden, macht Glücklich oder Unglücklich, sagt alles oder nichts, ist erfolgreich oder vergeblich. Jeder will jeden in jedem Bereich übertrumpfen, und immer spielt die Kommunikation dabei die entscheidende Rolle. Wer trifft den Zeitgeist mit seinen Bildern, Worten, Tönen und Farben am besten, welche Visionen werden von der Mehrheit noch verstanden und vor allem angenommen.
Nachdem Kommunikationstrainer alle Pfeile aus ihrem Köcher verschossen haben, oder anders gesagt, ihr Wortschatz und Satzbauwissen ausgeschöpft sind, entwickeln sie sich oft eine Stufe höher, zu Mentaltrainern. Nach dem Motto, in der Ruhe liegt die Kraft der Erkenntnis. Andere begeben sich auf die Suche, nach Gleichnissen in der Tierwelt, die helfen sollen, den Menschen zu einem funktionierenden Subjekt zu formen. Die menschliche Gesellschaft, als Ameisenstaat, oben Königin und König, unten das fleißige Ameisenvolk. Alles funktioniert wie von selbst, kaum Eingriffe der Führung notwendig, der Erfolg stellt sich von selbst ein.
Während bei den Ameisen und Bienenvölkern, dieses strebsame Verhalten genetisch vorprogrammiert ist, verfügt der Mensch nicht über eine solche Programmierung.  Im Gegenteil, die einen können selbstständig Denken und Handeln, die anderen beginnen ohne auswärtige Impulse in einen monotonen Trott zu verfallen, den Blick zu fokussieren und den Überblick, über die tatsächliche Lage zu verlieren. Erfahrungen, die in alten Tagen, von den älteren an die jüngeren weitergegeben wurden, versanden nun und geraten in Vergessenheit.  Jeder erhält nur noch das Wissen, welches für die Lösung seiner Aufgabe notwendig ist. Dies bedeutet in der Masse jedoch einen Rückgang der Kreativität. Es werden Soldaten geschaffen, die ihr Ziel mit Macht und nie nachlassender Energie verfolgen. Besonders gut, ist dies bei Sekten zu beobachten. Mache Geld, mache noch mehr Geld und noch mehr. Keine Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse des Gegenübers oder die Marktsituation. Gib dich selbst auf, um dem Großen und Ganzen zu dienen.
Aber auch in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen führen solche Modelle der Kommunikation und des sozialen Zusammenlebens, zu einem kontinuierlichen Abbau des Wissens und des Zusammenhalts.
Wer allen Menschen, egal welchen Alters, das Gefühl vorgaukelt, schon alles zu Wissen, nicht auf die Erfahrungen des Alters angewiesen zu sein, stellt die Welt langfristig auf den Kopf. Die gesellschaftliche Pyramide kommt ins Wanken, Wissen geht verloren, die Kommunikation zwischen den Generationen verödet.
Es gibt so unwahrscheinlich viele Lehrbücher und Trainings zum Thema Kommunikation. Wenn man alles gelesen hat und vieles gehört hat, bleibt immer noch die Frage, was fehlt da noch? Vieles kann man erlernen, Gestik, Mimik, Haptik, Satzbau und Wortstellung, Unwörter und tolle Wörter sowie den Gesprächsaufbau. Man kann dann sein Gegenüber wunderbar einschätzen und eventuell durchs Gespräch führen. Doch ist das alles Zielführend? Was ist mit der Wahrheit, dem Sinn des Ganzen, den Auswirkungen auf die Zukunft und den Auswirkungen auf die Individuen und die Gesellschaft?
Lügen im Verkauf, werden als verkäuferische Wahrheiten bezeichnet. Die Kunden erhalten ihre, auf sie persönlich zugeschnittene Wahrheit und sind damit oftmals gut bedient und glücklich. Die Auswirkungen halten sich je nach persönlicher Situation im Rahmen. Würde manche Wahrheit sie unglücklicher machen? Oder würde das Vertrauen siegen? Wer weiß dies schon.   
In einer Gesellschaft, die Erfolg überwiegend in Geld misst, erfolgreiche Kommunikation fast ausschließlich an diesem Wert gemessen wird, hat die Wahrheit keinen Wert mehr. Ob Politik oder Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Familie, alle nutzen die verkäuferische Wahrheit, also die Lüge, um sich Vorteile zu schaffen, Besitzstände zu erhalten und unliebsame Wahrheiten zu verdecken.
Allerdings ist die Lüge des einen auch die Wahrheit des anderen. Das ist das Wunderbare an allen Formen der Kommunikation. Alles lässt sich in die eine und andere Richtung drehen und wenden. Jeder kann alles so verstehen, wie er es möchte oder vermag.
Eine Mitarbeiterin des Arbeitsamtes, welche ihre Kunden als Abschaum bezeichnet, sagt wohl aus ihrer Sicht und Meinung die Wahrheit, aus Sicht dieser Opfer eines Systems, die Unwahrheit. Aus meiner Sicht, handelt es sich nur um die Auswirkung der gesellschaftlichen Erziehung, die das Missachten des menschlichen Lebens einschließt. So begann es immer.
Kommunikation kann eine Gesellschaft einen oder entzweien. Auf welchem Weg befindet sich Deutschland? Klassendünkel, Arm und Reich, Bildungsnah und Bildungsfern, erster und zweiter Arbeitsmarkt und alle diese klassischen Wortspiele, die dieser Gesellschaft schon immer anhafteten. Nach 24 Jahren der Wende immer noch in Ost und West zu denken, die Stasimitarbeiter mehr zu jagen, als jemals zuvor die Kriegsverbrecher der Nationalsozialisten mit ihren blutigen Händen, lässt Zweifel an der Richtigkeit des Kurses aufkommen.
Kommunikation kann eine Gesellschaft ins Licht oder ins Dunkel führen. Im Lichte besehen, würde Gleichberechtigung und Chancengleichheit für alle kein Gesprächsthema mehr sein, sondern Alltag. Bildungschancen und auch die Sicherheit des Lebens und des Hab und Gutes wären gewährleistet. Die dunklen Stellen beginnen sich auszubreiten, und dabei ist es wenig hilfreich, sich als Sehender unter den Blinden zu bezeichnen und nur auf die Spitze zu verweisen. Dies taten alle vorhergegangenen Systeme und scheiterten. Alles mit Gleichmut zu betrachten und alle Faktoren zu beachten kann sich als hilfreich erweisen, im Kampf um das Gute in dieser fragilen Welt. 

Alles im Zusammenhang


Alles im Zusammenhang


Das Leben ist ein Haus mit unzähligen Fenstern und Türen. Der Mensch kann immer nur durch ein Fenster Blicken und durch eine Tür gehen. Man muss dies wohl erst begreifen und verstehen, um die Kompliziertheit des Ganzen zu erfassen. Selbst, wenn man durch alle Fenster geschaut hat und sich für die beste Aussicht entschieden hat, die Tür gewählt hat, die man durchschreiten möchte, kann sich alles anders entwickeln, kann die Aussicht trügerisch gewesen sein. Hinter den guten Aussichten verbergen sich Wahrheiten, Abläufe, Instrumentarien und gute wie schlechte Gefühle. So wie ein Künstler, ein unbekannter Maler, in Einsamkeit und hungrig sein schönstes Bild malt, welches dem Betrachter nichts über dessen Lebensumstände, seine Not verrät.
Es gibt nichts auf dieser Welt, was nicht schon gewesen wäre. Ob Gutes oder Schlechtes, alle Erfahrungen wurden schon gemacht. Alle Fragen wurden schon gestellt und alle Antworten wurden schon gegeben. Und Alles geriet immer wieder in Vergessenheit.
Schaut man sich die Entwicklungen in dieser Welt an, erhält man die Bestätigung, dass wirklich niemand in der Lage ist, alle Einflussfaktoren, welche die Abläufe auf unserem Planeten bestimmen und zu diesem oder jenem Ergebnis führen, zu kennen. Selbst Computerprogramme sind auf Informationen angewiesen, die nur der Mensch ihnen geben kann. Ohne diese Informationen wären sie so wertlos, wie Sand in der Wüste. Die Programmierer können nur Daten eingeben, die ihnen zur Verfügung stehen oder zur Verfügung gestellt werden. Bei allen, auf künstliche Technik bezogenen Programmen mögen die Ergebnisse einen hohen Wahrheitsgehalt erlangen. Überall, wo die Natur und der Mensch eine Rolle spielen, müssen die Ergebnisse angezweifelt werden, da sich die Natur auf lange Sicht, nach eigenen Gesetzen entwickelt und die Gefühle des Menschen sich wandeln und kaum vorhersehbar sind, aber einen großen Einfluss auf seine Handlungen haben.
Menschen sind und bleiben Individualisten, das ist die einzige Erklärung für die ständige Wiederholung desselben. Sie sind nicht am Ganzen und dem Zusammenhang interessiert, sondern, egal in welcher Position und in welcher Lage sie sich befinden, vor allem mit ihrer eigenen Situation befasst. Ob sie sich als Führer zusammenrotten, oder in der Opferrolle Bündnisse eingehen, es geht allen darum, die eigenen Ziele zu erreichen. Je größer der Druck von außen auf Menschen einwirkt, desto weniger Zusammenhänge werden noch wahrgenommen. Man konzentriert sich auf das Momentane, den Augenblick und verzichtet auf den Ausblick. Euphorie kann selbstverständlich auch zur Kurzsichtigkeit führen. Gewinner sind plötzlich Verlierer, Gewinne wandeln sich in Verluste, die Spieler verlieren ihre Mitspieler.
Es sind diese vielen Beispiele, die Zeugnis ablegen, für die Starrheit und Eingeschränktheit des menschlichen Geistes. Das Denken beginnt anfänglich immer umfangreicher zu werden, viele Möglichkeiten werden in Erwägung gezogen. Doch hat man sich auf eine Richtung festgelegt, verlassen immer mehr Einzelheiten den Blickbereich, werden immer mehr Einflussfaktoren negiert. Selbst offensichtliche Fehlentwicklungen werden als solche nicht mehr erkannt oder als unbedeutend eingestuft. Der Mensch hält an Dingen Fest, die ihm gefallen, das schöne Bild aufrechterhalten, selbst wenn sich rechts und links des Bildes und dahinter, die Schuttberge ansammeln. Es fällt ihm schwer, Wahrheiten zu akzeptieren, die sein persönliches Bild des Ganzen verunstalten, ihm den Weg versperren und zu Umwegen zwingen.  

Fortschritt vs. Konsum


Fortschritt vs. Konsum


Fortschritt, das Fortschreiten und Vorrangehen, das Anleiten und Anführen der Massen in jede x-beliebige Richtung. Auf zu neuen Ufern. Das Unbekannte entdecken, verdecktes aufdecken, das Erfundene und nicht Erfundene neu erfinden. Erfundenes weiter entwickeln, Entwickeltes einbinden. Fortschritt ist alles, Stillstand ist nichts. Schneller, höher, weiter, länger, intensiver, deutlicher, umfassender, klarer, verständlicher, begehbarer, erreichbarer, erklärbarer, vorteilhafter, durchschlagender, heilbarer, erkennbarer, unbedingt fortschrittlicher.
Fortschritt und Forschung sind eng miteinander verbunden. Forschung führt zu Neuerungen, die entweder Altes ersetzen oder völlig Neues entstehen lassen. Forschung bedeutet Investitionen in eine Zukunft zu tätigen, deren Ist-Zustand man zwar theoretisch erklären kann, deren tatsächliche Ausprägung allerdings im Dunkeln bleibt. Es sind wohl die Ziele der Forschung, alles was man mit ihr in allen Bereichen des menschlichen Daseins erreichen möchte, die wichtig sind und ausschlaggebend für die Sinnhaftigkeit ihres Betreibens.
Viel wird vom technischen Fortschritt gesprochen, dies ist ein rationaler Begriff. Er ist fassbar, erklärbar und verständlich. Wie sieht es dagegen mit dem Fortschritt des Menschen als Individuum aus? Beobachtet man die Gesellschaft, mit dem stetigen Anstieg von Armut, Gewalt und Gleichgültigkeit, die Zerrissenheit innerhalb von Familien, den steten Anstieg der Zahlen von Menschen, die scheinbar nur im Singledasein ihre Erfüllung finden und sich auch im Sozialgefüge immer mehr auf ihre individuellen Ziele konzentrieren, bekommt man Zweifel, dass der Mensch an sich, noch Fortschritte in seiner Entwicklung macht. Er kann die neuesten Maschinen bedienen, kennt sich mit Computerprogrammen aus, kann die Natur und alles um ihn herum beschreiben, nur nicht mit seiner Gattung vernünftig umgehen. Ist der Mensch fortschrittlich? Technik nimmt ihm viel ab und erspart ihm am Ende sogar die Notwendigkeit mit anderen persönlich zu kommunizieren. Das bedienen von Maschinen ist vorgeschrieben, immer dieselben Handgriffe, immer dieselben Gedanken, bis zur Gedankenlosigkeit. Die Masse steht unter permanenten Druck, erzeugt durch die gesellschaftlichen Verhältnisse, dem Umgang der Vorgesetzten mit den Untergebenen, der Bürokratie mit dem Volk, dem Wegfall aller Sicherheiten, die einen Lebensweg eines denkenden Wesens begleiten sollten. Ja es gibt sie, die Individuen, denen gerade die Unsicherheiten in dieser Welt als Ansporn und Energie-Reservoir dienen. Diese bilden allerdings die Minderheit und sollten nicht als Vorbild einer ganzen Gesellschaft dienen. Die Mehrheit leidet unter den Bedingungen und windet sich unter dem Druck. Krankheiten und krankhafte Ansichten beginnen sich wieder zu verbreiten. Es war in der Geschichte der Menschheit noch nie anders. Jedes dieser geschichtlichen Systeme begann mit der Freude der Menschen über Veränderung und anschließender Vernichtung des Systems durch Menschen. Wie sieht es aus mit der humanistischen Fortbildung? Wie ernst wird dies zum Beispiel in Deutschland betrieben? Wie weit sind sie, in Bezug auf die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, Frauen und Frauen, Männern und Männern? Vergessen sie nicht des Öfteren, dass den 80 Millionen ca. 7 Milliarden Ausländer gegenüberstehen? Menschen mit denselben Eigenschaften und Bedürfnissen, Menschen mit den gleichen Erbanlagen und den gleichen geistigen Voraussetzungen.
All dies und gesamtgesellschaftlich zu akzeptieren, wäre wohl ein tatsächlicher Fortschritt in Bezug auf die menschliche Gesellschaft gewesen. Gelernt wird nur durch Schmerzen, Tote Frauen, Kinder,  Ausländer, viele tote Menschen, säumen den Weg einer Gesellschaft, die immer noch ihren Weg sucht. Dieses Aufgabengebiet wurde zu lange unterschätzt und bedarf nun einer genaueren Betrachtung.
Technischer Fortschritt ist das angenehmere Thema. Alles was die Abläufe effizienter und effektiver macht, die Ressourcen der Natur durch Minderverbrauch schützt ist willkommen. Durch entsprechende Berechnungen lassen sich auch die Ergebnisse besser einschätzen, als im Gegensatz dazu die Entwicklung der Menschen. Diese behalten immer einen Überraschungsmoment und reagieren so, wie man es nicht erwartet.
Technischer Fortschritt und die dafür notwendige Forschung kosten Geld, Geld welches durch diese Form der Nutzung, dem Konsum der Bevölkerung nicht mehr zur Verfügung steht. Diese Anfangsinvestitionen sind oft sehr hoch. Die Beteiligten möchten diese in kürzester Zeit in Form von Gewinnen zurückerhalten. Der Gewinnzwang und die Zeit bestimmen die Wucht, mit der die Bevölkerung, mit den Auswirkungen von Forschung und anschließender Entwicklung konfrontiert werden. Doppelt schlimm fallen die Reaktionen aus, wenn die Projekte unter falscher und verschleiernder Kommunikation leiden, die Ziele und Erwartungen für die Zukunft nicht deutlich erklärt werden können und Zweifel an der Wirksamkeit der Maßnahmen geschürt werden. Wieder der Mensch als Gewohnheitstier, der Masse ist der eigene Stand wichtiger, als die Entwicklung des Ganzen. Wer will heute auf etwas verzichten, um einer ungeborenen Generation zu dienen? Wer glaubt, Teil der Zukunft zu sein, wo doch immer davon gesprochen wird, man solle im hier und jetzt leben. Widersprüche über Widersprüche.
Als die Gesellschaft in Europa noch die größten Sprünge im Bereich der industriellen Entwicklung machte, waren auch die Menschen am Ärmsten dran. Der Konsum sank manches Mal gegen null. Kriege waren an der Tagesordnung. Heute scheint man gerne am Alten festzuhalten, nur noch Detailfragen werden gelöst, alles konzentriert sich auf die Konsumgüter, auf den Handel.
Wind und Sonne, Wasser und Feuer, welche Umwälzungen stehen uns nun bevor, welcher Weg wird der richtige sein, geht man ihn alleine oder schließen sich andere an? 
Vieles endet immer noch an nationalen Grenzen. Die Überzeugungen des Einen sind der Graus des Anderen. Kleingeistigkeit beherrscht heute wie schon immer große Teile der agierenden Personen. Sie sind Bruderschaften, Vereinen, Firmen und anderen Gruppen verpflichtet. Manch einer verliert dadurch den weiten Blick für das Gesamte. Eigennutz ist wohl weitverbreiteter als viele annehmen. Verständlich, wenn man die Sprüche: „Man lebt nur einmal!“ und „Nach mir die Sintflut!“, ernst nimmt.
Konsumieren kann die Welt, wenn sie im Überfluss lebt und dieser gleichmäßig auf der Welt verteilt wäre. Ist er aber nicht. Menschen hungern und verhungern heute wie damals. Die einen leben in Frieden, die anderen im Krieg, die einen haben alles, die anderen nichts. Die einen Glauben an die Zukunft, die anderen haben keine. Dies ist das unverständliche an dieser Welt, deren Geheimnisse noch lange nicht ergründet sind, deren Ungerechtigkeiten noch lange nicht beseitigt sind. Man steht immer wieder vor dem Neubeginn. Ausgewogenheit fehlt ihr. 

Qualität und Quantität


Qualität und Quantität


Der Begriff Quantität ist wohl am einfachsten zu erklären. Er beschreibt lediglich den Ausstoß, die Menge und Anzahl erzeugter Güter, Waren und Dienstleistungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Das war es auch schon.
Qualität ist für viele Marktteilnehmer das in Qualitätshandbüchern niedergeschriebene und für jeden Marktteilnehmer zugängliche Wissen. Als die Welt noch zweigeteilt war, Planwirtschaft im Osten, Marktwirtschaft im Westen, war Qualität nicht nur ein leerer Begriff. Qualität hatte seinen Preis, dies war allen klar. Die Kommunisten kauften den Kapitalisten hochentwickelte Maschinen ab, um in geringem Masse ihre Produktion zu rationalisieren. Sie waren dabei von den Qualitäten der angebotenen Waren in Bezug auf Leistung, Haltbarkeit und Genauigkeit überzeugt, genau wie alle Kunden auf der Welt. Die Handbücher spielten dabei eine untergeordnete Rolle. Gefühle, entstanden aus Erfahrungen und dem Wissen der Unterlegenheit, ließen Qualitätsprodukte schon im Kopf entstehen. Qualität hatte noch seinen Preis. Qualität wurde von allen ernst genommen und war ein tatsächlicher Wettbewerbsvorteil. Durch die bessere Verteilung des Geldes, im westlichen Wirtschaftsraum bis 1989, war die dortige Bevölkerung auch in der Lage und willens, für Qualitäten entsprechende Preise zu bezahlen. Der Ostblock war nicht in der Lage, Maschinen und Anlagen im großen Stil zu kaufen, geschweige zu kopieren. Er kauft nach. Und war begeistert, dieses Gefühl, welches auch heute noch für Nachkäufe und positive Mundpropaganda sorgt und vermutlich mehr bewirken würde, als die bloße Konzentration auf bunte, leere Werbespots.
Seit der Wende sind die Qualitätshandbücher Jahr für Jahr um etliche Seiten angewachsen. QMB`s bereichern die Betriebe. Diese Qualitätsbeauftragten, denen man die Umsetzung des Qualitätsmanagements auf allen Ebenen anvertraut. Ihre Zahl dürfte mit den Jahren auch um einiges gestiegen sein. Jeder Betrieb, der etwas auf sich hält, wirbt mit seinen erfolgreich verteidigten Qualitätszertifikaten.
Was in der Bevölkerung proportional zur der Dicke der Handbücher und der Anzahl der QMB`s sank, war zum einen die verfügbare Geldmenge in der Breite der Bevölkerung und das Gefühl für Qualität.
Nicht unbedeutender ist der Umstand, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Eine einmal erstellte Checkliste wird als ausreichend empfunden. Man glaubt ihr und verlässt sich auf ihre Vollständigkeit. Der Mensch konzentriert sich auf die von ihm entwickelten oder von anderen vorgesetzten Aussagen. Der Blick fokussiert sich auf das Bekannte. Wichtige aber unbeschriebene Details werden übersehen, nicht verstanden und als unbedeutend eingestuft.
Die Märkte haben sich grundlegend verändert. Die Welt ist nun geeint. Alle Länder hängen am Tropf der Marktwirtschaft. Die einen nennen ihr System soziale Marktwirtschaft, die anderen lassen das Soziale weg. Gefühle spielen heute keine so bedeutende Rolle wie vor dem Umbruchsjahr 1989. Qualität ist schwierig zu halten gegenüber den Zwängen, die sich aus der Notwendigkeit von Profiten und marktgerechten Preisen ergeben. Alle Teilnehmer der Märkte sind ständig auf der Suche nach Einsparpotentialen. Neue Produkte und Dienstleistungen verlieren in der heutigen Zeit weitaus schneller ihr wichtigstes Merkmal, ihre Einmaligkeit. Diese Einmaligkeit, die eine hohe Qualität zu entsprechenden Preisen sichern könnte. Patente sollten diese Produkte sichern. Doch in einer immer mehr vernetzten Welt, in der sich das Wissen immer schneller verbreitet und Informationen immer mehr Menschen gleichzeitig zur Verfügung stehen, sich die Wissenschaften aller Länder immer mehr annähern und die Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen sich immer mehr ähneln, nimmt die Wirksamkeit des Patentrechts immer mehr ab. Geschützt durch staatliche Institutionen oder das Risiko von Strafandrohungen bewusst in Kauf nehmend, mit dem Wissen, aufgrund der besseren Marktgegebenheiten (niedrige Löhne, weniger Steuern) erfolgreich im Weltmarkt agieren zu können, werden Maschinen und Anlagen kopiert und anschließend gehandelt. Erkennbar ist dies, wenn in veröffentlichten Export- und Importzahlen der einzelnen Länder plötzlich neue Lieferanten auftauchen, die sich langsam aber sicher, neue Marktanteile in neuen Geschäftsfeldern und Ländern sichern. Auch dies sind heute ganz normale Vorgänge, sie bezeugen nur die Veränderbarkeit der Märkte und Einstellungen der Markteilnehmer. Und selbst, wenn es keine Raubkopien sind, sondern Eigenentwicklungen, sagt dies nur aus, Qualität können auch die anderen Marktteilnehmer. Man Vertraut nun auch diesen Newcomern, in Hinsicht auf den Nutzen der gelieferten Waren und den vorhandenen Qualitätsmerkmalen. Mehr als jemals zuvor, ist nun der Preis das Zünglein an der Waage und entscheidet über den Erfolg der Vermarktungsstrategien. Da Qualitätsvergleiche zu äquivalenten Ergebnissen führen und die Leistungsfähigkeiten der Produkte vielfach dieselben Kennzahlen aufweisen.
Wenn das Lohn- und Steuergefüge als Einsparpotential ausgeschöpft sind, was bleibt dann noch? Wenn alle über die gleichen, hocheffizienten Maschinen verfügen und diese mit maximalem Ausstoß arbeiten, wo bestehen dann noch Einsparmöglichkeiten?
Wohl nur in der Minderung der Qualität durch weniger Forschung und Erprobung und Minderung der Verwendung von hochwertigen Rohstoffen.
Kauft man sich heute Bekleidung renommierter Marken, springen einem die Knöpfe oft schon im Laden entgegen, Reißverschlüsse sind aus Plastik anstatt wie früher, aus robustem Metall und halten dementsprechend kurz und Nähte platzen nach einmaligem tragen. Diese Designer Ware kommt wie auch die Massenware aus Billiglohnländern. Heute ist schon zu beobachten, dass die Qualität dieser Waren nachlässt. Wer wenig investiert bekommt auch wenig geliefert. Ob Designer Kleidung oder Massenware, alles wird in denselben Ländern, unter denselben Bedingungen produziert und die Qualitäten gleichen sich immer mehr an.
Die Werbung hilft den Marken noch, sich über die Massenware zu stellen. Doch wäre der Mensch rational und nicht so emotional eingestellt, würde sich das Blatt bald wenden. Gleiches Herstellerland, ähnliche Qualität fordert auch einen ähnlichen Preis. Geld für einen Namen zu bezahlen, gelingt nur durch das Gefühl für Qualität. Die Werbung erzeugt dies, allerdings in immer geringerem Maße.
Wenn das Gefühl der Realität weicht, dann ist es Zeit, über Lösungen nachzudenken. Immer mehr Menschen in den sogenannten entwickelten Industriestaaten bekommen die Realität zu spüren. Jede Gehaltsforderung, egal in welchem Bereich der Volkswirtschaft verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit des Ganzen und fordert entsprechende Gegenmaßnahmen der Unternehmen zur Stabilisierung ihrer Gewinne und dem Erhalt ihrer Marktposition. Dies gilt natürlich auch für Forderungen von Mitarbeitern staatlicher Institutionen. Es geht dem Einzelnen wie auch dem Ganzen nur noch ums Geld. Es ist dieses ewige Seilziehen, dieser ewige Kampf um mehr und weniger Ausgaben und Einnahmen. Niemand kämpft mehr um den Erhalt und die Steigerung der Qualität. Kaum jemand kann die Folgen dieser Entwicklung einschätzen. Zu umfangreich sind die zu beachtenden Einflussfaktoren.
Wer wenig hat, der gibt auch wenig aus. Die Qualität weicht dann dem Nutzen für den Einzelnen. Die Autobranche kann wohl ein Lied davon singen. Doch diese Branche (wie viele andere auch) ist global aufgestellt. Rückgänge von Verkäufen in den Heimatländern werden mit dem Auslandsgeschäft kompensiert. Bei der Ergebnisbetrachtung stellt sich niemand die Frage, warum und weshalb sich Märkte so oder so entwickeln. Entscheidend ist nur, dass sie sich irgendwo auf der Welt entwickeln.
Menschen spielen heute ihre Hauptrollen als Kostenfaktoren und Marktteilnehmer. Jeder intensive Marktteilnehmer ist in anderer Hinsicht auch Kostenfaktor in seinem Arbeitsbereich. Jeder Arbeitslose oder Billiglohnarbeiter verliert seinen Wert als Marktteilnehmer. Nicht völlig, aber deren Realitätssinn, aufgrund ihrer finanziellen Situation, beschränkt die Ausgaben auf das Notwendigste. Kein neues Auto alle fünf Jahre, keine neue Wohnungseinrichtung, weil die alte sie langweilt, keine teuren Urlaubsreisen.
Nutzen und Preis vor Qualität, so kann man die Entwicklung der letzten Jahre beschreiben.
Diese Entwicklung kann nicht mehr gestoppt werden. Es ist das immer gleiche Spiel der Marktkräfte. Alle vorherigen Systeme der Marktwirtschaft verließen sich auf die Selbstreinigungsfähigkeiten und Selbststeuerung der Märkte und endeten im Chaos. Es begann immer mit der Verarmung großer Teile der Bevölkerung, der dadurch einsetzenden Verarmung der Städte und Kommunen und dem Rückgang der Industrieproduktion. Der letzte Faktor kann durch die Globalisierung noch etwas hinausgeschoben werden. Aber irgendwann ist auch dort die Sättigung erreicht.
Qualität benötigt weniger Vorschriften als Zeit und einen offenen, umsichtigen und immer wachen Blick aller Beteiligten auf die Details. Nicht die verallgemeinerten Vorschriften und deren Einhaltung entscheiden über die erreichten Qualitätsstufen, sondern nur das Wissen und der Einsatz aller Produktionsteilnehmer für Qualität können diese langfristig sichern.
Vom Autokraten zum Gefühlsmenschen zurückzufinden könnte helfen, Einstellungen zu ändern, Aussichten zu verbessern und so manches Rennen zu gewinnen. Dies gilt nicht nur in Bezug auf Qualität, sondern betrifft alle Bereiche des menschlichen Sozialgefüges. Seine Wahrnehmung zu schärfen, über das Notwendige hinauszudenken und öfter mal innezuhalten, um neuen Gedanken Raum zu geben,  wird notwendig sein, eine solche Entwicklung zu befördern.
Die Reduktion aller Abläufe auf den Faktor Geld führt zu einem langsamen aber sicheren Tod des Wirtschaftskreislaufs. So sicher, wie die Erwärmung des Klimas eines Tages die globale Wetterzirkulation zum Stehen bringen wird und eine Eiszeit den Zyklus von neuem beginnt. Das Reißen und das Zerren stehen dem Miteinander entgegen. Ein Schiff, dessen Ballasttanks defekt sind, wird bei schwerem Seegang kentern. Rotierende Teile, die eine Unwucht aufweisen, zerstören sich selbst. Planeten mit großer Masse ziehen kleinere Masseteilchen an und nehmen sie in sich auf. Ausgeglichenheit wäre eine Lösung. Doch diese lässt sich mit Menschen nur schwer erreichen. Der Egoismus und die Selbstherrlichkeit sind zu weit verbreitet, im Gegensatz zum nur in den Ansätzen vorhandenen Wissen um die Resultate aller Handlungen in der Summe. Alles ist nur Stückwerk, Emotionen versperren den Blick  auf wichtige Details und vernebeln den Blick auf zukünftige Geschehnisse. Der Hang zu Gewohnheiten verhindert Neues. 

Montag, 21. Januar 2013

Wie Unternehmen Mitarbeiter zur Kündigung treiben


Wie Unternehmen Mitarbeiter zur Kündigung treiben


 

Im Gegensatz zu früher, als noch ein offenes Wort und der Handschlag zwischen zwei Personen gegeben, die Absprache besiegelte, man sich in die Augen schaute und sagte, „du, es geht nicht mehr mit uns“, werden heute hinterhältige Pläne erstellt, in enger Zusammenarbeit zwischen externen Beratungsfirmen und den Chefetagen.  

Kündigungsmanagement entwickelt sich in der heutigen Zeit zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Dennoch läuft alles vielfach so holprig und ungeschickt ab, dass man wirklich nur am Intellekt der Beteiligten zweifeln kann. Es geht wie bei allen wirtschaftlichen Abläufen um die Gewinnmaximierung zugunsten des Unternehmens gegen die Beschäftigten, um die Umgehung gesetzlicher Rahmenbedingungen um die Zerstörung von Personen.

In meinem Fall wurde über einen langen Zeitraum das Gerücht unter den Mitarbeitern verbreitet, es gäbe einen Rechtsanwalt, der sich besonders für alle Mitarbeiter des betroffenen Mobilfunkkonzerns einsetzen würde. Immer  wieder sprachen Mitarbeiter  und auch Führungskräfte davon. Das nennt man dann wohl „ einen Anker setzen“. Dies bedeutet, in einem Mitarbeiter einen Gedanken verfestigen und diesen zu seinem Hauptgedanken machen. Die Erzählungen von erfolgreichen  Klagen bekannter Mitarbeiter und Führungskräfte sollten die Geschichte noch untermauern, es sollte den oder die Mitarbeiter in Sicherheit wiegen und ihm oder ihnen einen Ausweg zeigen.

Gleichzeitig läuft die Maschinerie des gezielten „Unterdrucksetzens“ an. Beschwerden aus dem Nichts heraus, Briefe ohne Unterschrift, Beschneidung der beruflichen Befugnisse, Negierung der Ergebnisse durch gezielte Torpedierung der Ergebnisse, Verunglimpfung gegenüber Kunden und Mitarbeitern und zwischendurch immer der Goldschimmer am Horizont, der Anwalt mit dem Goldkehlchen, mit der Erfolgsgarantie aufgrund angeblicher Antipathie gegenüber den, ach so schrecklichen Vorgesetzten. Und dann geht alles ganz schnell, ein Personalgespräch jagt das Nächste, eine Erniedrigung folgt der Anderen, die Zeit um Gedanken zu ordnen und Entscheidungen wohl überlegt  zu treffen wurde für mich immer geringer. Der Betriebsrat schwieg. Man wird als krank bezeichnet, als arrogant, als erfolgloses Stück etwas. Ich griff zum Telefon, ich rief den besagten Heilsbringer an. Der beschimpfte seinen angeblichen Erzfeind noch einmal intensiv und versprach mir, meinen Fall erfolgreich, wie alle anderen zu einem erfreulichen Ende zu bringen.

Er schickte mir seinen Vertrag zu, Anwaltsgebühren in Höhe von   10000 Euro gegen die Garantie von einer Summe x, welche die Hälfte, der mir gesetzlich zustehenden Abfindung betrug.  Das ganze machte mich stutzig, ich suchte diesen Anwalt im Internet und fand seine Seite.

Der  Mobilfunker baute in dem Jahr gerade massiv Mitarbeiter ab.

Hier nun der Text der Beschreibung des netten, unaufdringlichen Anwalts, der sich so und ähnlich auf vielen Seiten im Internet finden lässt (in Auszügen):

„Restrukturierung,

 

Wir sind erfahrene arbeitsrechtliche Praktiker auf dem Tätigkeitsfeld der Restrukturierung von Unternehmen und unterstützen bundesweit mit einem „ganzheitlichen“ Ansatz zu Personalabbau gezwungene Arbeitgeber von der ersten Phase der internen „Abstimmung“ der „konzeptionellen“ und „strategischen“ Vorgehensweise bis hin zur „Beendigung“ der Arbeitsverhältnisse der betroffenen Mitarbeiter.

Eine Referenzliste über zahlreiche von uns in der jüngeren Vergangenheit  begleitete Abbaumaßnahmen wird auf Anforderung gerne übersandt.

Unser Konzept bietet bei „Vermeidung“ (besser wohl Umgehung) betriebsbedingter Kündigungen insbesondere folgende Vorteile:

-          Die zeitnahe Umsetzung der notwendigen „Maßnahmen“, d. h. im Bedarfsfall scheiden Mitarbeiter bereits 6-8 Wochen nach Aufnahme der Verhandlungen  mit dem Betriebspartner beim Arbeitgeber aus

-          Eine für den Arbeitgeber „kostenneutrale Steigerung der finanziellen Zuwendungen“ an die betroffenen Mitarbeiter

-          Den größtmöglichen Handlungsspielraum bei der Auswahl der freizusetzenden Mitarbeiter „jenseits“ vorgegebener Sozialauswahlkriterien

-          Weitere hohe Einsparpotentiale auf der „Arbeitgeberseite“

 

...Dies bedeutet, dass mehr als 90 von 100 Mitarbeitern mit den Rahmenbedingungen unseres Konzeptes einverstanden sind, weil sie die Vorteile gegenüber dem bloßen Erhalt einer Abfindung erkennen.

...Neben der speziellen Beratung bei Restrukturierungsmaßnahmen ist die Kanzlei bei sämtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Begründung von Arbeitsverhältnissen, den Rechten und Pflichten aus Arbeitsverhältnissen und deren Beendigung beratend und bei der Vertretung vor Arbeitsgerichten tätig. Spezifische kollektivrechtliche Fragestellungen, die sich aus der Zusammenarbeit von Arbeitgebern mit einem Betriebsrat oder einer Personalvertretung ergeben, werden dabei selbstverständlich berücksichtigt.“

Ende des Auszugs

 

Der Plan ist brutal und kostet am Ende manchem Mitarbeiter die Gesundheit, manchmal auch das Leben. Wir wollen nicht wissen, wie viele Mitarbeiter dem aufgebauten Druck am Ende völlig erliegen.

Nur weil sie auf ein angebliches Recht bestehen, welches am Ende von den Entscheidern nicht gemocht wird.

Ich wäre auch so gegangen, andere trieben mich zu Handlungen, welche heute vielleicht mein gesellschaftliches  Ende bedeuten. Ich stehe nun dazu, als ehemaliger DDR Bürger trage ich den Kopf bis zum Ende auf der Schulter und nicht wie so viele in diesem Land unter dem Arm.

Sprecht doch mal offen mit den Leuten, verarscht sie nicht nur.

Die Formen der Verachtung


Die Formen der Verachtung


 

Laut Definition im Duden kann das Wort Verachtung auch mit „ablehnen“, „ignorieren“, „mutig sein“ (bei  Verachtung von Gefahren), „Nichtachtung“ und nochmals positiv „etwas ist nicht zu verachten“ gleichgesetzt werden.

Es ist also Auslegungssache und kommt auf den Zusammenhang an, wie sich die tatsächliche „Verachtung“ für Dinge oder Menschen, Pflanzen oder Tiere und alles andere zu erkennen gibt.

In der heutigen Zeit und insbesondere in der Arbeitswelt, drückt sich die Verachtung der Masse durch eine kleine Schicht, die Führungsschicht, einmal in Zahlen aus. Dies nennt man dann wohl unangemessene Bezahlung von hochwertiger Arbeitsleistung. Es gibt dafür die verschiedensten Gründe. Zum einen sind die Entscheider nicht in der Lage die, für eine angemessene Bezahlung notwendigen Preise im Markt zu etablieren, zum anderen kennen sie diese Preise nicht und drittens sind sie zu bequem, sich um dieses Thema zu kümmern. Im Gegenteil, die Entlohnung der Arbeitskräfte immer weiter zu senken ist für viele das sichtbare und erreichbare Ziel, mit dem man kurzfristig seine Gewinnlage deutlich verbessern kann.  Es gibt also im Bereich der Entlohnung eine tatsächliche, böswillige und eine dem Markt geschuldete, funktionale und automatisierte Verachtung.

Eine weitaus schlimmere Form von Verachtung kann man heute in den Führungsetagen antreffen. Es sind die ausgesprochenen Worte, die marktunabhängigen Kommunikationsformen, welche der Masse jeglichen Geist und Intellekt  absprechen, welche den Untergebenen und Angestellten die Verantwortung für jegliches Scheitern aufbürden und den betroffenen ihre menschliche Identität nehmen, sie zu einer Sache verkommen lassen, zu einem Ding in der Masse, austauschbar, unwichtig und unter dem Strich, nur eine Nummer. Daran fügt sich dann auch das Verhalten von Männern, gegenüber den  in Abhängigkeit geratenen Frauen an. Welche Chance des Widerspruchs haben Frauen mit geringen Löhnen oder der Angst des Arbeitsplatzverlustes und ohne tatsächliche, betriebliche Schutzmaßnahmen, wie sollen sie sich gegen Übergriffe wehren?

In einem kirchlichen Betrieb, den ich für einige Monate besuchen durfte, bezeichnete der Chef alle Mitarbeiter entweder als Idioten oder geistig Minderbemittelte. Dasselbe galt natürlich auch für alle Kunden des Betriebes. Er verlor in der Zeit sieben seiner Kunden und es waren nicht die schlechtesten. Das Prinzip von, der Chef denkt, der Stellvertreter lenkt und alle anderen machen mal, ging nicht wirklich auf.  Trotz einer großen Zahl von Mitarbeitern gab es keinen Betriebsrat, dieser scheiterte am Desinteresse aller beteiligten.

Aber wie Sinnvoll sind Betriebsräte in der heutigen Zeit, wem stehen sie nahe, wessen Interessen vertreten sie eigentlich, wen schützen sie heute noch?

Ist es nicht auch eine Form der Verachtung, wenn einem Mitarbeiter eines großen Konzerns die Wunschliste des Chefs in die Hand gedrückt wird, mit den unzweifelhaften Worten verbunden, dies sind die Wunschkandidaten für die Betriebsratswahl!

Was können die Mitarbeiter von einem, auf diese Art gewählten Betriebsrat erwarten, wem steht der Betriebsrat näher, welche Macht hat er dann noch und welche Veranlassung, sich für Mitarbeiter einzusetzen? Die Mitglieder werden zu Schuldnern, sie schulden aber nur einem Dank, dem Chef! Und dies wird sich auch in ihrer Arbeit niederschlagen, wenn man dann überhaupt noch von Arbeit sprechen kann. Ab nicken, wie im Sozialismus, Hörigkeit gegenüber der Chefetage bis in den Untergang. Ignorieren der tatsächlichen Probleme, Einschläfern des ernsten Hinterfragens und die Ablehnung von, dem Chef unliebsamen Personen und Gruppen sind die Folge. Sie übernehmen die Ansichten der Chefetage und werden zum Handlanger derer, die tatsächlich die Geschicke des Unternehmens leiten.

Das es auch noch Fälle gibt, die eine andere, positive Darstellung erlauben, ist wünschenswert und sicher auch Teil der Realität. Die Abhängigkeit der Masse,  vom Wohlwollen einzelner Personen und Personengruppen, der Druck der finanziellen Zwänge und die Entwicklung des Machtgefüges, hinzu immer weniger Entscheidern und das Verlangen vieler Menschen aus der Masse, nach Sicherheit und Anerkennung, gegeben durch die Führungsschicht, bringen auf lange Sicht die Schutzmechanismen zum Erliegen.

Es ist immer die Summe des erlebten, die einen Menschen zu gewissen  Einsichten und Meinungen bringen. Niemand muss diese Meinungen teilen.

Alles kann, nichts muss geschehen. Aber alles hängt irgendwie zusammen.

Montag, 14. Januar 2013

Die Freiheit der Märkte


Die Freiheit der Märkte


 

Jedem steht es frei, Geld, Energie und seine Persönlichkeit in Projekte jeglicher Art zu stecken und zu versuchen, seinen Einsatz in Erfolg umzumünzen. Dies ist die einzige Freiheit der Märkte. Der Erfolg bemisst sich an der finanziellen Überlebensfähigkeit eines solchen Projektes, also an den Erträgen.

Es gibt die verschiedensten Märkte, den Arbeitsmarkt, den Rohstoffmarkt, den Weltmarkt im weitesten Sinne und unzählige weitere. Allen ist eines gemeinsam, sie sind unfrei.

All diese Märkte sind abhängig von Angebot und Nachfrage. Sie sind abhängig von der Menge des zirkulierenden Geldes im gesamtgesellschaftlichen Kontext und alle diese Märkte hängen mal mehr und mal weniger auch voneinander ab. Misserfolge bestimmter Industriezweige auf dem Binnen- oder Weltmarkt führen zum Anstieg der Arbeitslosenzahlen und Steigerung der Sozialausgaben bei gleichzeitigem Verlust von Marktteilnehmern der Konsumindustrie aber auch wichtiger Kernindustrien. Die Erweiterung des Arbeitskräfteangebotes im Rahmen der Globalisierung und die Globalisierung des Lohngefüges an sich, führen zur Kaufkraftminderung innerhalb von Binnenwirtschaften. Dasselbe gilt für den Anstieg der Rohstoffpreise, welcher sich dann auf fast alle Märkte negativ auswirkt.

Märkte entstehen nicht von selbst, sie werden gebildet, durch Menschen mit gleichen wirtschaftlichen Interessen. Diese Personen arbeiten mal miteinander und mal gegeneinander, je nach Zielsetzung. Sie arbeiten für sich, für andere Personen oder Institutionen und Staaten. Das gegeneinander überwiegt, denn trotz der Globalisierung trägt jeder der Teilnehmer doch die Verantwortung für seine Herde im Herzen. Dies gilt natürlich auch für den Einzelhändler und jeden noch so unbedeutenden Marktteilnehmer, in welchen Bereichen auch immer.

Der Markt ist Kampfzone, die Gegner sind alle Konkurrenten und alle bekannten Einflussfaktoren, welche ein gutes BWL-VWL- Lehrbuch zu bieten hat. Verraten diese Lehrbücher alles über das tatsächliche Geschehen am Markt? Berücksichtigen sie den Einflussfaktor Mensch und die verschiedensten Formen seiner zielgerichteten Kommunikation in ausreichender Weise? Geben sie Anlass dazu, über geplante Entscheidungen hinaus zu denken? Ja, alles lässt sich berechnen, nur der Mensch nicht.

Würde nun alles Lehrbuchgetreu vonstattengehen, wäre die Welt ja in Ordnung. Es gebe keine Pleiten, jede Unternehmung ein Erfolg.

Märkte gleichen den Ozeanen, Ebbe und Flut bestimmen in diesen die Abläufe. Mal zieht sich das Wasser zurück und mit ihm die Meeresbewohner, mal überschwemmt es das Land und erobert neue Lebensräume für seine Bewohner. Steht der Wind günstig, weht also stark und von See her, kann sich das Wasser stärker ausbreiten, als bei der letzten Flut. Aber egal woher der Wind auch weht, das Bild, welches die Landschaft während der Gezeiten bildet wird niemals dasselbe sein. Die Ebbe reißt Sand und Gestein mit sich und zieht Furchen in den Boden, die Flut führt dem Strand neue Sedimente zu. Wie an vielen Küsten zu beobachten, ist der Abrieb der Küsten jedoch größer, als die Neubildung von begehbarem Küstengrund. Die vielen Querströmungen in den gewaltigen Massen der Ozeane verschlingen die dagegen lächerlich klein und leicht wirkenden Strandabtragungen. Deshalb werden Strände in vielen Fällen geschützt und vom Menschen künstlich geformt. Die Abgetragenen Strände lagern sich irgendwo am Meeresboden ab, wo sie sicherlich auch einen Nutzen haben, für die Natur, nicht unbedingt für den Menschen. Er muss Fahrrinnen ausbaggern, Strände künstlich auffüllen oder zieht sich einfach zurück. Am Ende siegt die Natur, früher oder später, aufgrund ihrer Masse und der Sinnhaftigkeit sowie nicht nachlassenden Regelmäßigkeit der natürlichen Vorgänge.

Konjunkturschwankungen stellen Ebbe und Flut der Märkte dar. Der Unterschied zu den Ozeanen besteht in der Unnatürlichkeit des ganzen Systems. Der Mensch beobachtet und berechnet die Abläufe an den Märkten und hält alles in Grafiken fest, welche die Zukunft spiegeln sollen mit Zahlen der Vergangenheit. Er ist zufrieden, dass sich alles wiederholt und er sein Tun und seine Unterlassung, an diesen wiederkehrenden Abläufen ausrichten kann. Den Gesetzen der Märkte, die er aufgrund seiner Beobachtungen zu erkennen glaubt, verleiht er einen natürlichen immer wiederkehrenden Charakter. So wie man es sich vorstellt, so geschieht es am Ende auch, denn alle arbeiten mit denselben Vorstellungen darauf hin.

Verwaiste Industriegebiete, leerstehende Geschäftsräume und die tiefen Falten in den Gesichtern der Menschen sind die Folgen der Ebbe an den Märkten. Die Flut lässt neue Geschäftsfelder entstehen und spült neue Ideen in die Märkte. Wie bei den Ozeanen, die beständig an den Stränden knabbern und sie abtragen, so knabbert die Flut der Märkte an den Grundlagen der Gesellschaft. Die Macht der Märkte, ihre durch Menschen geführte Ausrichtung an der Produktivität und Gewinnmaximierung, lässt den Lebensraum für viele Marktteilnehmer schwinden.  Steuert man die Märkte, wie in der Planwirtschaft geschehen, ohne tatsächliche Maßnahmen zur Weiterentwicklung zu unternehmen, führt es zum Zusammenbruch. Überlässt man die Märkte sich selbst, ist auch deren Entwicklung absehbar, negativ.

Bei allen Herausforderungen, denen sich der Mensch stellt, so auch die Entwicklung von Märkten, spielen nicht nur fassbare Dinge eine Rolle. Sie bilden zu Beginn die Grundlage. Doch dann kommen die menschlichen Gefühle und Gelüste ins Spiel. Die Begabung, Dingen einen Wert beizumessen, sie in der Fantasie und später durch Bearbeitung zu formen und sie sich zu wünschen.

Das „haben wollen“ spielt in den Märkten eine genauso große Rolle, wie das „es sich leisten können“. Knappheit weckt Begierde, Schönheit zieht an, Vielseitigkeit macht interessant, Überfluss erdrückt.

Das Ziel ist es also, einen ausgeglichenen Markt zu schaffen, bei dem Angebot und Nachfrage im steten Gleichgewicht sind, alles sich im Fluss befindet und alle Marktteilnehmer über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um diesen Kreislauf am Leben zu erhalten. Da dies mit einem riesigen Aufwand an Informationsaufnahme- Auswertung und Bewertung verbunden ist, es einer fast hellseherischen Fähigkeit bedarf, zukünftige Entwicklungen der Märkte zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten und man sich gleichzeitig die Vorkommnisse in der realen Wirtschaftswelt ansieht, kann man zu der Erkenntnis gelangen, die Welt ist weit entfernt, von optimalen Märkten und entfernt sich immer mehr von diesen.

Märkte funktionieren nur durch und mit den Menschen. Getrieben durch positive oder negative Kommunikation bewegen sie sich in die eine oder andere Richtung. Wo der Mensch beteiligt ist entscheidet nicht der Zufall über die Entwicklung, sondern nur die Marktteilnehmer mit ihrem Willen, ihrem persönlichen Erfahrungsschatz und den, durch sie getroffenen Entscheidungen, seien sie nun richtig oder falsch.

Die Märkte verändern sich immer schneller, dies erfordert von allen Teilnehmern ein Höchstmaß an Flexibilität. Einige setzen ihre Unternehmung gern mit der „Titanic“ gleich. Das Unternehmen als großes Schiff im Meer der Märkte, welches nur langsam auf Bewegungen des Steuerruders reagiert. Die „Titanic“ fuhr bei Nacht mit eingeschränkter Sicht und mit hoher Geschwindigkeit über den Ozean, zu einer Jahreszeit, in der mit Eisbewegungen zu rechnen war. Der Eisberg wurde zu spät erkannt, Radar gab es zu dieser Zeit nicht. Es waren Menschen, deren Wille und deren Kommunikation in Anbetracht der vorgegebenen Ziele (schnellste Atlantiküberquerung), die zu diesem Unglück wesentlich beitrugen. Gehen heute Unternehmen und Branchen unter, liegt es wie damals an den beteiligten Personen selbst, eingeschränkte Sicht und falsche Kommunikation über alle Bereiche gegen den Markt führen ins Aus.

Märkte entstehen, Märkte vergehen, Märkte verändern sich, genau wie Interessen kommen, gehen und sich verändern. Dies ist kein besonders weiser Satz. Er stellt vielmehr und ausschließlich die Realität des, durch den Menschen beeinflussbaren dar. Im Gegensatz dazu ändert sich der Mensch nur wenig. Er entwickelt sich und verliert mit der Zeit seine Flexibilität.  Deshalb gelingt es so vielen nicht, Veränderungen der Märkte und deren Auswirkungen rechtzeitig zu erkennen und sich selbst sowie anderen, die richtigen Kommandos zur Kurskorrektur zu geben. Sich dessen bewusst zu sein könnte helfen, in gewissen Abständen die Märkte und sich selbst in diesen, mit anderen Augen, aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und es könnte helfen, bessere als nur gute Entscheidungen zu treffen.

 

Sonntag, 13. Januar 2013

Wirtschaft


Die Wirtschaft


 

Die Wirtschaft des 21.Jahrhunderts ist geprägt von Reglementierungen. Viel hat sich in den letzten hundert Jahren getan. Qualitätsstandards, Produktionsstandards und die Absatzmöglichkeiten haben sich verändert und erweiterten sich. Vieles wurde modernisiert und an die globalen Verhältnisse angepasst. Für den durchschnittlichen Menschen wurde alles aber auch komplizierter und weniger überschaubar. Alle Standards nützen nichts, wenn der Mensch nicht in der Lage oder willens ist, sie umzusetzen. Wie viele Informationen kann eine Person aufnehmen und wie reagiert sie auf ein zu viel an Informationen? Wie viele Themen und Aufgaben kann ein Mensch gleichzeitig aufnehmen und bearbeiten? Warum funktionieren so viele Dinge nicht oder nur eine begrenzte Zeit lang, obwohl alles Lehrbuchgetreu durchgeführt wird? Hat sich der Mensch an sich weiterentwickelt? Was blockiert eine gesunde Entwicklung, wenn man sich für ein, wie auch immer geartetes Wirtschaftssystem entschieden hat? Was bedeutet eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung?

Mensch oder Maschine, für eines dieser Worte entscheidet man sich bei der Wahl seines Wirtschaftssystems. Im jetzigen System geht die Tendenz eindeutig hin zum Begriff Maschine. Karl M. hat die Funktionsweise, die Ziele und Erfordernisse erfolgreicher Produktion ausreichend beschrieben. Zu seiner Zeit. Die Unterordnung des Menschen und die Allmacht der Produktionskennzahlen sind bekannt. Seine und die Ausarbeitungen anderer Forscher gaben Anlass zur Bildung eines Wirtschaftssystems, welches auf der Planwirtschaft beruhte, den Sozialismus.   

Für das scheitern kann nicht das System verantwortlich gemacht werden, sondern immer nur alle beteiligten Teilchen der Gemeinschaft. Unterbrochener Kommunikationsfluss und die damit verbundene Fehleinschätzung von Entwicklungen führten zu dessen Ende.  Genauso finden diese Zusammenbrüche auch heute wieder statt. Auf der ganzen Welt und zu jeder Zeit, in jedem System. Erst stirbt die Wirtschaft, dann das umgebene System Staat.

Der Mensch hat sich nicht wirklich weiter Entwickelt. Für eine Menge an neuen Informationen rücken andere in seinem Bewusstsein in den Hintergrund. Konzentriert er sich auf Aufgaben mit vollem Interesse lässt er andere außer Acht. Er setzt Prioritäten, oft unter permanenten Zeit- und Erfolgsdruck.  Oft stehen ihm nur begrenzte Informationen zur Verfügung, um bestimmten Aufgaben überhaupt eine Priorität zuzuordnen. Erfolg misst sich im Großen und Ganzen an der Quantität. Alles muss produktiv sein und sich rechnen. Dies verstehen alle. Dass die in vielen Vorschriften beschriebene Qualität dabei vernachlässigt wird, muss von allen in Kauf genommen werden. Nicht einmal bewusst, sondern rein menschlich wird dieses Thema ausgeblendet, bis man von außen darauf hingewiesen wird. Oft ist es dann zu spät!

Die Wirtschaftslenker haben einen Auftrag, das angelegte Geld mehren. Der Staat hat die Aufgabe, alles Erdenkliche zu tun, um eine unbeschränkte Entfaltung der Wirtschaft zu ermöglichen bei gleichzeitigem Schutz der Beschäftigten vor der totalen Ausbeutung. Ist das eine Kommunistische Ansicht? Nein. Es macht vielmehr den Unterschied zwischen Sozialismus und Kapitalismus aus. Der Schutz des Menschen und die Unterdrückung des Marktes, also die Wirtschaftsform im Sozialismus, führten zur Verarmung des gesamten Systems bis hin zu dessen Ende. Trotzdem sollte dem Schutz des Menschen eine Bedeutung zugestanden werden.

Die Zügellosigkeit des Kapitalismus, seine menschenverachtende Ausprägung führte immer zu Kriegen. Es war schon immer einfacher zehntausende Menschen zu entlassen, als fünftausend neue Stellen zu schaffen. Diese Einstellung ist heute verbreiteter denn je. Genauso ist es einfacher das Lohnniveau durch Auslagerungen und Neueinstellungen zu senken, als es im gesamtwirtschaftlichen Kontext anzuheben. Der einzelne Unternehmer kann die Auswirkungen seines Verhaltens und seiner Entscheidungen nur in Bezug auf die ihm zur Verfügung stehenden, betriebsinternen Daten abschätzen. Der gesamtgesellschaftliche Prozess läuft für ihn unsichtbar ab und wird erst für alle zu besonderen Anlässen sichtbar. Der massive Rückgang der Binnenwirtschaft und die Verschlechterung der Lage besonderer Kernindustrien sind solche Anlässe. Ist es soweit, ist es aber meist zu spät. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um aus einem Tal die Bergspitze zu erklimmen ist um vieles höher, als der Marsch über den Bergkamm mit Sicherungsseilen, die einen Absturz verhindern.  Die Verantwortung tragen in jedem Fall Menschen des vorhandenen Systems. All ihre Handlungen, beruhend auf ihrer durch Informationsaufnahme gefestigten Einstellungen führen zu dem einen oder anderen Ergebnis. Wie der Staat wird auch die Wirtschaft von Kommunikation getrieben. Falsche Kommunikation, Fehlinterpretation von Informationen und die daraus folgende Ausführung unnützer Aktionen führen ins Aus. Kommunikationstrainer beschrieben das mit den schlechten Nachrichten so:“ Eine schlechte Nachricht verbreitet sich dreißig Mal schneller als eine gute Nachricht“. Dies trifft wohl von oben nach unten zu. Doch wie schwer hat es eine schlechte Nachricht, die über das Wohl und Wehe vieler Menschen entscheidet, seinen Weg nach oben zu finden, zu den Entscheidern? Wie schwer fallen Entscheidungen mit dem Wissen, nicht alle Informationen zu besitzen? Wie viele Entscheider werden aus eigenem Willen oder dem ihrer Untergebenen von wichtigen Informationskreisläufen ausgeschlossen? Wie viele Wirtschaftslenker geben sich mit diesem Zustand zufrieden, geschweige, dass sie es überhaupt bemerken?

Es nutzt nichts, die Nummer 1 zu sein, wenn sich keiner mehr dafür interessiert. Daraus folgt dann auch der Verlust des ersten Ranges. Bewunderung wandelt sich in Gleichgültigkeit und Desinteresse. Man wendet sich ab und hält Ausschau nach neuen, interessanteren und wirtschaftlich erfolgversprechenden Aktivitäten. Der Mensch ist grundsätzlich neugierig, solange er auf der Suche ist und steht unter dieser Bedingung neuem extrem offen gegenüber. Ist er relativ Sorgenfrei, kann er dieser Neugierde freien Lauf lassen. Dies gilt für Unternehmen gleichermaßen wie für Privatpersonen.

Eine gewisse Sorgenfreiheit (gegeben bei: anständiger Entlohnung der Arbeitskraft und Achtung der Persönlichkeit) trägt durch die Summe der Privatkonsumenten zur Steigerung der Binnenwirtschaft in allen Ländern bei. Unternehmen (bei guter Gewinnlage) können in neue Technik, Forschung und Personal investieren und sich allgemein, auf die Ausrichtung innerhalb der regionalen, nationalen und globalisierten Märkte konzentrieren. Tun sie das nicht, sondern ziehen die geldlichen Mittel für artfremde Zwecke ab, kann das früher oder später zur wirtschaftlichen Schieflage führen. Was beim Thema Globalisierung zu beachten ist wurde in einem anderen Abschnitt beschrieben.

Wo steht die Wirtschaft heute? Welche Neuerungen stehen an und was kann in der Zukunft noch wirkliche Bewegung in die Märkte bringen? Wie hält man die Geld und Warenströme in Bewegung?

Maschinen sind so gut, wie die Menschen die sie entwickeln. Sie haben das Aussehen und die Kapazitätsgrenzen, welche die Entwickler ihnen mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen geben können. Sie bestehen manchmal aus tausenden Einzelteilen, produziert von den verschiedensten Firmen und den dort Beschäftigten. Menschen bedienen diese Maschinen und bestimmen in der Folge auch ihren Nutzen, durch Handhabung und Pflege derselben. Die beste Maschine nutzt nichts, wenn die durch sie geleistete Arbeit keine Abnehmer mehr findet. Die Maschine wird stillgelegt, die Arbeiter bleiben zu Hause, das Unternehmen stirbt.

Teilweise bestimmt heute schon die Technik das Aussehen von Wirtschaftsgütern. Im Automobilbau bestimmt zum großen Teil der Windkanal die zukünftige Form von Karosserien der verschiedensten Hersteller. Und weil es sich so gut macht und ja auch mehr als logisch ist, ähneln sich die Autos der verschiedenen Marken heute mehr denn je. Dadurch ist es sogar möglich, verschiedene Automarken auf ein und denselben Karosserieplattformen und mit völlig identischen sonstigen Ausrüstungsgegenständen zu bauen.  Dieser Logik folgend dürfte es eigentlich nur ein Auto auf der Welt geben, nämlich das Optimale. Soweit ist es aber noch nicht. Und der Mensch ist wohl auch noch nicht bereit, ein solches Auto zu akzeptieren. Dies alles könnte aber eine Erklärung für den Rückgang des Markenbewusstseins in der Autobranche und den Erfolg von Newcomern sein. Preise spielen eine weitere wichtige Rolle und bestimmen mehr als alles andere die Entwicklung von Verkaufszahlen. Wer wenig hat, braucht nicht zu überlegen, sondern er handelt nach den Erfordernissen und seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Es sind nicht die Einzelerfolge eines Autohauses sondern das Gesamtergebnis eines Unternehmens was zählt. Wer Europa als Handelsplatz schon abgeschrieben hat, ist sich wohl der tatsächlichen Situation durchaus bewusst. Das Problem besteht nun sichtbar im Zusammenwirken aller Wirtschaftsunternehmen, national und global. Wie viel Kaufkraft oder besser Geld  bleibt bei der Masse von Endkonsumenten, für die Anschaffung all der schönen, produzierten und angepriesenen Dinge dieser Welt?

Die bekanntesten Worte in allen Bereichen der Wirtschaft lauten:

„Einsparung“, „Gewinnmaximierung“, „Qualitätssicherung“

Alle handeln nach den gleichen Prinzipien, welche die moderne Wirtschaftslehre als Standard festschreibt. Vom Konzernlenker bis zum Pförtner eines jeden Unternehmens, sind diese Wörter schon mehr als ein Bekenntnis, sie begründen die Daseinsberechtigung eines jeden Mitarbeiters.

Jeder Anruf eines Einkäufers bei einem potentiellen Lieferanten dient oft auch gleichzeitig als Preisdrückergespräch im Sinne der „Gewinnmaximierung“. Dass sich diese Gesprächsführung auch bei den Lieferanten und deren Lieferanten fortsetzt,  daran denkt ein Einkäufer garantiert nicht. Seine Vorgesetzten noch weniger. Stellt man sich jetzt die Frage, wo und wie die „Einsparungen“ des Einkäufers letztendlich zustande kommen, erhält man genau zwei Antworten:

„Die Wirtschaftskette bis zum Produzenten senkt ihre Gewinne, Erträge bei gleichbleibender Qualität“

Dies bedeutet ein ständiges Absenken der Kaufkraft für mehr oder weniger Marktteilnehmer. Dies ist in Deutschland ausgezeichnet nachzuvollziehen.

„Die Wirtschaftskette bis zum Produzenten senkt ihre Gewinne, Erträge nicht, zu Lasten der Qualität“

Dies bedeutet teilweise einen finanziellen Mehraufwand für Nachkäufe und damit Kaufkraftverlust für alle Marktteilnehmer Aufgrund verminderter Qualität und Haltbarkeit.

Es gibt auch einen dritten Fall, dies ist der Lieferant, der auf gleichbleibende hohe Qualität setzt und auf dementsprechende Preise angewiesen ist und besteht. Dieser wird allerdings in der heutigen gesamtwirtschaftlichen Situation, schon vom kleinsten Angestellten aus der potentiellen Lieferantenliste früher oder später gestrichen. Er hat es am Markt schwer, denn der freie Markt kennt nur eine Richtung! Dies ist die gängige Praxis in diesem System und zeichnet uns den Weg. Qualität oben und Preise unten. Wer hat da in der Schule nicht aufgepasst? Dies ist weder als Marketinggag witzig noch besonders zielführend! Es verfestigt nur das völlig falsche Weltbild vom Verhältnis zwischen Qualität und Preis.  Und dies dauerhaft und in weiten Kreisen der Bevölkerung.

Aber nicht der Einkäufer soll hier an den Marterpfahl gestellt werden. Er tut seine Arbeit auch nur nach besten Wissen und Gewissen.

Auch alle anderen Abteilungen und Teilnehmer der Wirtschaft sind auf die eine oder andere Weise gezwungen, sich den Gesetzen des so viel gelobten freien Marktes zu stellen. Vielen gelingt es, ihre Überlebensnische zu finden, vielen, der Mehrzahl, gelingt dies nicht.

In jedem Fall bestimmen die Vorgaben der Wirtschaftslenker, ihre Art der Kommunikation in Richtung ihrer Untergebenen alle weiteren Ereignisse. Betriebsintern wie gesamtwirtschaftlich, das Wohl und Wehe eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter hat auch immer einen wie klein auch immer gearteten Einfluss auf  die gesellschaftliche Entwicklung. Wenn sich die gesamte Wirtschaft über viele Jahre auf dem berühmten Sparkurs befindet, ist der schleichende Rückgang von Kaufkraft und Qualität vorprogrammiert. Die verschiedenen Unternehmen aus verschiedensten Branchen können die Gesamtheit nicht übersehen, selbst wenn sie es wollten. Denn ein Unternehmen wird auch nur durch Menschen geführt, mit ihrer naturgegebenen, unschuldigen Begrenztheit. Aus dieser Kommunikationsfalle auszubrechen wird nicht einfach, wenn nicht gar unmöglich sein. Geld regiert die Welt und somit wird sich immer jemand finden, der es für weniger tut. Weniger Leistung, weniger Qualität, weniger Wert.


 Wer über viel Geld verfügt bekommt bei guter Anlage noch unsagbar viel Geld hinzu, ohne etwas dafür zu tun. Wer nichts oder wenig hat, zahlt noch entsprechend hohe Zinsen für geliehenes Geld. Man könnte auch sagen, das Finanzsystem steht auf dem Kopf.

Hierbei soll es sich nicht um eine Anklage gegen den Reichtum handeln. Im Normalfall wurde der Reichtum durch aufopferungsvolle Tätigkeit erwirtschaftet. Unter welchen Bedingungen dies heute auf breiter Basis geschieht ist die Frage. Wenn nur des Geldes wegen gewirtschaftet wird und der Blick für den gesamtgesellschaftlichen Kontext verloren geht, ist der Wirtschaftskreislauf nicht mehr lange am Laufen zu halten. Was geschieht mit dem Überhang der finanziellen Mittel. Wird er dem Wirtschaftskreislauf zugeführt oder ihm entzogen? Entstehen neue Wirtschaftseinheiten oder nicht?

Wie die menschliche Gesellschaft mehr auf Organisation als auf Freiheit beruht, so auch die mit ihr verbundene Wirtschaft. Alles ist miteinander verbunden und nicht leicht zu überschauen. Aber es gibt immer Anzeichen und Hinweise auf künftige Ereignisse und Erfordernisse. Man darf sie nur nicht übersehen und sollte sie schon gar nicht ignorieren. Jede Frage zu diesem, wie auch zu allen anderen Themen, ist eine gute Frage! Sie provoziert den Empfänger, zwingt ihn zum Nachdenken und führt manchmal zu neuen Ansätzen und Lösungen.

Während des „Kalten Krieges“ war viel von Entspannung die Rede. Irgendwann entspannte man sich und konnte ein paar Truppenkontingente abbauen und das Geld (wenn es überhaupt vorhanden war) in andere Projekte stecken.

Im wirtschaftlichen und  im politischen Aktionsraum lautet das Zauberwort „Entlastung“. Entlastung von Steuern und Abgaben sowie Entlastung oder besser Befreiung von einengenden Gesetzgebungen. Diese Entlastungen wandeln sich in Gewinne um und alle sind zufrieden. Was hat die Gesellschaft davon? Entstehen neue Fabriken, neue Jobs, gute Aussichten? Wird der Markt stimuliert? Ist es auf der anderen Seite richtig, nur immer darüber zu sprechen, statt die Entlastungen auch spürbar umzusetzen, immer mit der Frage, „Wem nützt es?“, verbunden. Haben nicht viele das Gefühl, das einer Entlastung immer schneller eine Belastung folgt, die teilweise größer ausfällt als die vorherige Ersparnis? Kann es sein, dass viele Menschen der heutigen Art und Weise, wie Themen aller Art kommuniziert werden, nicht mehr folgen wollen oder können? Wächst dadurch das Unverständnis für gewisse Entscheidungen im wirtschaftlichen und auch in anderen Bereichen? Was löst Verunsicherung aus, ist dies wirklich ein erfolgversprechendes Mittel für ein stabiles und dauerhaftes Wirtschaftswachstum und das Funktionieren der Menschen?

Das Prinzip des Führens ohne zu führen, wie es offensichtlich in einigen Wirtschaftseinheiten angewendet wird, funktioniert nicht dauerhaft. Die Sinne der Teilnehmer, für die Lösung von komplizierten Aufgaben vorgesehen, erschlaffen mit der Zeit und es sind grundsätzlich steuernde Impulse notwendig, um die Richtung zu halten oder zu verändern. Nur zu glauben, zu wissen, was richtig und unerlässlich ist, reicht nicht aus. Man muss dies regelmäßig und laut kommunizieren und auch das „Echo“ akzeptieren und auswerten, welches einem aus der Masse zurückgeworfen wird!

Die Gesamtheit und die Dauerhaftigkeit von Erfolg und das Zusammenstehen in Zeiten von Misserfolgen zeichnet eine Gesellschaft aus. Weltoffenheit und Transparenz sind weitere Attribute, die nicht ausgeklammert werden dürfen.

Fährt man mit offenen Augen und geschärften Sinnen durch eine Stadt wie Berlin, erzählen einem verwaiste Straßenzüge und der Blick in die Gesichter der Passanten eine interessante Geschichte über die tatsächliche Lage einer Gesellschaft, fernab von bunten Reklameschildern und hochgezüchteten Werbespots.

Jeder neue Einkaufstempel bedeutet den Tod vieler kleiner Marktteilnehmer. Von Vielfalt kann im Zusammenhang mit diesen Centern nicht wirklich gesprochen werden. Es finden sich immer dieselben Topmarken mit den immer gleichen Angeboten zusammen. Für die wenigen Investoren ist dies fast immer ein gutes Geschäft. Bis zum Bau des nächsten Centers in der Nähe. Selbst Leerstand  rechnet sich für gewisse Kreise schon und führt nicht zum Nachdenken. 

Die Vielfalt schrumpft. Die Werbung sorgt dafür, dass sich viele auf weniges konzentrieren.  Was allerdings auch die Hauptaufgabe eines guten Marketings darstellt. Wie bei allem, sehen die Beteiligten nur ihren persönlichen Erfolg und nicht die Auswirkungen darüber hinaus.

Die Zeit der großen Neuerungen ist vorbei. Alle Veränderungen betreffen  nur noch Detailfragen. Und damit verschärft sich der Kampf um die Märkte, um die letzten Möglichkeiten der Gewinnmaximierung. Dabei spielt die Ressource „Mensch“ die entscheidende Hauptrolle, ihr Preis bestimmt die nächsten Schritte und entscheidet über Erfolg und Misserfolg aller Bemühungen. Und damit schließt sich der Kreis, den man nur durchbrechen kann, wenn man sich dessen auch bewusst wird und sein Verhalten ändern will. Es gibt leider kein Patentrezept für erfolgreiches Wirtschaften, alles kann falsch oder richtig sein. Alles hatte und hat seine Zeit, dann werden die Karten wieder neu gemischt und alles auf „Los“ gestellt. Alles hängt vom Willen und den Fähigkeiten der beteiligten Mitspieler ab, ihrer Aufmerksamkeit und ihrer persönlichen Einstellung. Der Wert der Masse sinkt beständig, in den Augen der Führer. Und sie senken diesen Wert auch ganz bewusst. Das hilft am Ende, alles zu erklären, auch wenn man die Probleme nicht lösen konnte.