Die Wirtschaft
Die Wirtschaft des 21.Jahrhunderts ist geprägt von Reglementierungen.
Viel hat sich in den letzten hundert Jahren getan. Qualitätsstandards,
Produktionsstandards und die Absatzmöglichkeiten haben sich verändert und
erweiterten sich. Vieles wurde modernisiert und an die globalen Verhältnisse
angepasst. Für den durchschnittlichen Menschen wurde alles aber auch
komplizierter und weniger überschaubar. Alle Standards nützen nichts, wenn der
Mensch nicht in der Lage oder willens ist, sie umzusetzen. Wie viele
Informationen kann eine Person aufnehmen und wie reagiert sie auf ein zu viel
an Informationen? Wie viele Themen und Aufgaben kann ein Mensch gleichzeitig
aufnehmen und bearbeiten? Warum funktionieren so viele Dinge nicht oder nur
eine begrenzte Zeit lang, obwohl alles Lehrbuchgetreu durchgeführt wird? Hat sich
der Mensch an sich weiterentwickelt? Was blockiert eine gesunde Entwicklung,
wenn man sich für ein, wie auch immer geartetes Wirtschaftssystem entschieden
hat? Was bedeutet eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung?
Mensch oder Maschine, für eines dieser Worte entscheidet man
sich bei der Wahl seines Wirtschaftssystems. Im jetzigen System geht die
Tendenz eindeutig hin zum Begriff Maschine. Karl M. hat die Funktionsweise, die
Ziele und Erfordernisse erfolgreicher Produktion ausreichend beschrieben. Zu seiner
Zeit. Die Unterordnung des Menschen und die Allmacht der Produktionskennzahlen
sind bekannt. Seine und die Ausarbeitungen anderer Forscher gaben Anlass zur
Bildung eines Wirtschaftssystems, welches auf der Planwirtschaft beruhte, den
Sozialismus.
Für das scheitern kann nicht das System verantwortlich
gemacht werden, sondern immer nur alle beteiligten Teilchen der Gemeinschaft.
Unterbrochener Kommunikationsfluss und die damit verbundene Fehleinschätzung
von Entwicklungen führten zu dessen Ende.
Genauso finden diese Zusammenbrüche auch heute wieder statt. Auf der
ganzen Welt und zu jeder Zeit, in jedem System. Erst stirbt die Wirtschaft, dann
das umgebene System Staat.
Der Mensch hat sich nicht wirklich weiter Entwickelt. Für
eine Menge an neuen Informationen rücken andere in seinem Bewusstsein in den
Hintergrund. Konzentriert er sich auf Aufgaben mit vollem Interesse lässt er
andere außer Acht. Er setzt Prioritäten, oft unter permanenten Zeit- und
Erfolgsdruck. Oft stehen ihm nur
begrenzte Informationen zur Verfügung, um bestimmten Aufgaben überhaupt eine
Priorität zuzuordnen. Erfolg misst sich im Großen und Ganzen an der Quantität.
Alles muss produktiv sein und sich rechnen. Dies verstehen alle. Dass die in
vielen Vorschriften beschriebene Qualität dabei vernachlässigt wird, muss von
allen in Kauf genommen werden. Nicht einmal bewusst, sondern rein menschlich
wird dieses Thema ausgeblendet, bis man von außen darauf hingewiesen wird. Oft
ist es dann zu spät!
Die Wirtschaftslenker haben einen Auftrag, das angelegte
Geld mehren. Der Staat hat die Aufgabe, alles Erdenkliche zu tun, um eine
unbeschränkte Entfaltung der Wirtschaft zu ermöglichen bei gleichzeitigem
Schutz der Beschäftigten vor der totalen Ausbeutung. Ist das eine
Kommunistische Ansicht? Nein. Es macht vielmehr den Unterschied zwischen
Sozialismus und Kapitalismus aus. Der Schutz des Menschen und die Unterdrückung
des Marktes, also die Wirtschaftsform im Sozialismus, führten zur Verarmung des
gesamten Systems bis hin zu dessen Ende. Trotzdem sollte dem Schutz des
Menschen eine Bedeutung zugestanden werden.
Die Zügellosigkeit des Kapitalismus, seine
menschenverachtende Ausprägung führte immer zu Kriegen. Es war schon immer
einfacher zehntausende Menschen zu entlassen, als fünftausend neue Stellen zu
schaffen. Diese Einstellung ist heute verbreiteter denn je. Genauso ist es
einfacher das Lohnniveau durch Auslagerungen und Neueinstellungen zu senken,
als es im gesamtwirtschaftlichen Kontext anzuheben. Der einzelne Unternehmer
kann die Auswirkungen seines Verhaltens und seiner Entscheidungen nur in Bezug
auf die ihm zur Verfügung stehenden, betriebsinternen Daten abschätzen. Der
gesamtgesellschaftliche Prozess läuft für ihn unsichtbar ab und wird erst für
alle zu besonderen Anlässen sichtbar. Der massive Rückgang der Binnenwirtschaft
und die Verschlechterung der Lage besonderer Kernindustrien sind solche
Anlässe. Ist es soweit, ist es aber meist zu spät. Der Aufwand, der betrieben
werden muss, um aus einem Tal die Bergspitze zu erklimmen ist um vieles höher,
als der Marsch über den Bergkamm mit Sicherungsseilen, die einen Absturz
verhindern. Die Verantwortung tragen in
jedem Fall Menschen des vorhandenen Systems. All ihre Handlungen, beruhend auf
ihrer durch Informationsaufnahme gefestigten Einstellungen führen zu dem einen
oder anderen Ergebnis. Wie der Staat wird auch die Wirtschaft von Kommunikation
getrieben. Falsche Kommunikation, Fehlinterpretation von Informationen und die
daraus folgende Ausführung unnützer Aktionen führen ins Aus. Kommunikationstrainer
beschrieben das mit den schlechten Nachrichten so:“ Eine schlechte Nachricht
verbreitet sich dreißig Mal schneller als eine gute Nachricht“. Dies trifft
wohl von oben nach unten zu. Doch wie schwer hat es eine schlechte Nachricht,
die über das Wohl und Wehe vieler Menschen entscheidet, seinen Weg nach oben zu
finden, zu den Entscheidern? Wie schwer fallen Entscheidungen mit dem Wissen,
nicht alle Informationen zu besitzen? Wie viele Entscheider werden aus eigenem
Willen oder dem ihrer Untergebenen von wichtigen Informationskreisläufen
ausgeschlossen? Wie viele Wirtschaftslenker geben sich mit diesem Zustand
zufrieden, geschweige, dass sie es überhaupt bemerken?
Es nutzt nichts, die Nummer 1 zu sein, wenn sich keiner mehr
dafür interessiert. Daraus folgt dann auch der Verlust des ersten Ranges.
Bewunderung wandelt sich in Gleichgültigkeit und Desinteresse. Man wendet sich
ab und hält Ausschau nach neuen, interessanteren und wirtschaftlich
erfolgversprechenden Aktivitäten. Der Mensch ist grundsätzlich neugierig,
solange er auf der Suche ist und steht unter dieser Bedingung neuem extrem
offen gegenüber. Ist er relativ Sorgenfrei, kann er dieser Neugierde freien
Lauf lassen. Dies gilt für Unternehmen gleichermaßen wie für Privatpersonen.
Eine gewisse Sorgenfreiheit (gegeben bei: anständiger
Entlohnung der Arbeitskraft und Achtung der Persönlichkeit) trägt durch die
Summe der Privatkonsumenten zur Steigerung der Binnenwirtschaft in allen
Ländern bei. Unternehmen (bei guter Gewinnlage) können in neue Technik,
Forschung und Personal investieren und sich allgemein, auf die Ausrichtung
innerhalb der regionalen, nationalen und globalisierten Märkte konzentrieren.
Tun sie das nicht, sondern ziehen die geldlichen Mittel für artfremde Zwecke
ab, kann das früher oder später zur wirtschaftlichen Schieflage führen. Was
beim Thema Globalisierung zu beachten ist wurde in einem anderen Abschnitt
beschrieben.
Wo steht die Wirtschaft heute? Welche Neuerungen stehen an
und was kann in der Zukunft noch wirkliche Bewegung in die Märkte bringen? Wie
hält man die Geld und Warenströme in Bewegung?
Maschinen sind so gut, wie die Menschen die sie entwickeln.
Sie haben das Aussehen und die Kapazitätsgrenzen, welche die Entwickler ihnen
mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen geben können. Sie bestehen manchmal aus
tausenden Einzelteilen, produziert von den verschiedensten Firmen und den dort
Beschäftigten. Menschen bedienen diese Maschinen und bestimmen in der Folge
auch ihren Nutzen, durch Handhabung und Pflege derselben. Die beste Maschine
nutzt nichts, wenn die durch sie geleistete Arbeit keine Abnehmer mehr findet.
Die Maschine wird stillgelegt, die Arbeiter bleiben zu Hause, das Unternehmen
stirbt.
Teilweise bestimmt heute schon die Technik das Aussehen von
Wirtschaftsgütern. Im Automobilbau bestimmt zum großen Teil der Windkanal die
zukünftige Form von Karosserien der verschiedensten Hersteller. Und weil es
sich so gut macht und ja auch mehr als logisch ist, ähneln sich die Autos der
verschiedenen Marken heute mehr denn je. Dadurch ist es sogar möglich,
verschiedene Automarken auf ein und denselben Karosserieplattformen und mit
völlig identischen sonstigen Ausrüstungsgegenständen zu bauen. Dieser Logik folgend dürfte es eigentlich nur
ein Auto auf der Welt geben, nämlich das Optimale. Soweit ist es aber noch
nicht. Und der Mensch ist wohl auch noch nicht bereit, ein solches Auto zu
akzeptieren. Dies alles könnte aber eine Erklärung für den Rückgang des
Markenbewusstseins in der Autobranche und den Erfolg von Newcomern sein. Preise
spielen eine weitere wichtige Rolle und bestimmen mehr als alles andere die
Entwicklung von Verkaufszahlen. Wer wenig hat, braucht nicht zu überlegen, sondern
er handelt nach den Erfordernissen und seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten.
Es sind nicht die Einzelerfolge eines Autohauses sondern das Gesamtergebnis
eines Unternehmens was zählt. Wer Europa als Handelsplatz schon abgeschrieben
hat, ist sich wohl der tatsächlichen Situation durchaus bewusst. Das Problem
besteht nun sichtbar im Zusammenwirken aller Wirtschaftsunternehmen, national
und global. Wie viel Kaufkraft oder besser Geld
bleibt bei der Masse von Endkonsumenten, für die Anschaffung all der schönen,
produzierten und angepriesenen Dinge dieser Welt?
Die bekanntesten Worte in allen Bereichen der Wirtschaft
lauten:
„Einsparung“, „Gewinnmaximierung“, „Qualitätssicherung“
Alle handeln nach den gleichen Prinzipien, welche die
moderne Wirtschaftslehre als Standard festschreibt. Vom Konzernlenker bis zum
Pförtner eines jeden Unternehmens, sind diese Wörter schon mehr als ein
Bekenntnis, sie begründen die Daseinsberechtigung eines jeden Mitarbeiters.
Jeder Anruf eines Einkäufers bei einem potentiellen Lieferanten
dient oft auch gleichzeitig als Preisdrückergespräch im Sinne der „Gewinnmaximierung“.
Dass sich diese Gesprächsführung auch bei den Lieferanten und deren Lieferanten
fortsetzt, daran denkt ein Einkäufer
garantiert nicht. Seine Vorgesetzten noch weniger. Stellt man sich jetzt die
Frage, wo und wie die „Einsparungen“ des Einkäufers letztendlich zustande
kommen, erhält man genau zwei Antworten:
„Die Wirtschaftskette bis zum Produzenten senkt ihre
Gewinne, Erträge bei gleichbleibender Qualität“
Dies bedeutet ein ständiges Absenken der Kaufkraft für mehr
oder weniger Marktteilnehmer. Dies ist in Deutschland ausgezeichnet
nachzuvollziehen.
„Die Wirtschaftskette bis zum Produzenten senkt ihre
Gewinne, Erträge nicht, zu Lasten der Qualität“
Dies bedeutet teilweise einen finanziellen Mehraufwand für
Nachkäufe und damit Kaufkraftverlust für alle Marktteilnehmer Aufgrund
verminderter Qualität und Haltbarkeit.
Es gibt auch einen dritten Fall, dies ist der Lieferant, der
auf gleichbleibende hohe Qualität setzt und auf dementsprechende Preise
angewiesen ist und besteht. Dieser wird allerdings in der heutigen
gesamtwirtschaftlichen Situation, schon vom kleinsten Angestellten aus der
potentiellen Lieferantenliste früher oder später gestrichen. Er hat es am Markt
schwer, denn der freie Markt kennt nur eine Richtung! Dies ist die gängige
Praxis in diesem System und zeichnet uns den Weg. Qualität oben und Preise
unten. Wer hat da in der Schule nicht aufgepasst? Dies ist weder als
Marketinggag witzig noch besonders zielführend! Es verfestigt nur das völlig
falsche Weltbild vom Verhältnis zwischen Qualität und Preis. Und dies dauerhaft und in weiten Kreisen der
Bevölkerung.
Aber nicht der Einkäufer soll hier an den Marterpfahl
gestellt werden. Er tut seine Arbeit auch nur nach besten Wissen und Gewissen.
Auch alle anderen Abteilungen und Teilnehmer der Wirtschaft
sind auf die eine oder andere Weise gezwungen, sich den Gesetzen des so viel
gelobten freien Marktes zu stellen. Vielen gelingt es, ihre Überlebensnische zu
finden, vielen, der Mehrzahl, gelingt dies nicht.
In jedem Fall bestimmen die Vorgaben der Wirtschaftslenker,
ihre Art der Kommunikation in Richtung ihrer Untergebenen alle weiteren
Ereignisse. Betriebsintern wie gesamtwirtschaftlich, das Wohl und Wehe eines
Unternehmens und seiner Mitarbeiter hat auch immer einen wie klein auch immer
gearteten Einfluss auf die
gesellschaftliche Entwicklung. Wenn sich die gesamte Wirtschaft über viele
Jahre auf dem berühmten Sparkurs befindet, ist der schleichende Rückgang von
Kaufkraft und Qualität vorprogrammiert. Die verschiedenen Unternehmen aus
verschiedensten Branchen können die Gesamtheit nicht übersehen, selbst wenn sie
es wollten. Denn ein Unternehmen wird auch nur durch Menschen geführt, mit
ihrer naturgegebenen, unschuldigen Begrenztheit. Aus dieser Kommunikationsfalle
auszubrechen wird nicht einfach, wenn nicht gar unmöglich sein. Geld regiert
die Welt und somit wird sich immer jemand finden, der es für weniger tut. Weniger
Leistung, weniger Qualität, weniger Wert.
Wer über viel Geld
verfügt bekommt bei guter Anlage noch unsagbar viel Geld hinzu, ohne etwas
dafür zu tun. Wer nichts oder wenig hat, zahlt noch entsprechend hohe Zinsen
für geliehenes Geld. Man könnte auch sagen, das Finanzsystem steht auf dem
Kopf.
Hierbei soll es sich nicht um eine Anklage gegen den
Reichtum handeln. Im Normalfall wurde der Reichtum durch aufopferungsvolle
Tätigkeit erwirtschaftet. Unter welchen Bedingungen dies heute auf breiter
Basis geschieht ist die Frage. Wenn nur des Geldes wegen gewirtschaftet wird
und der Blick für den gesamtgesellschaftlichen Kontext verloren geht, ist der
Wirtschaftskreislauf nicht mehr lange am Laufen zu halten. Was geschieht mit
dem Überhang der finanziellen Mittel. Wird er dem Wirtschaftskreislauf
zugeführt oder ihm entzogen? Entstehen neue Wirtschaftseinheiten oder nicht?
Wie die menschliche Gesellschaft mehr auf Organisation als
auf Freiheit beruht, so auch die mit ihr verbundene Wirtschaft. Alles ist
miteinander verbunden und nicht leicht zu überschauen. Aber es gibt immer
Anzeichen und Hinweise auf künftige Ereignisse und Erfordernisse. Man darf sie
nur nicht übersehen und sollte sie schon gar nicht ignorieren. Jede Frage zu
diesem, wie auch zu allen anderen Themen, ist eine gute Frage! Sie provoziert
den Empfänger, zwingt ihn zum Nachdenken und führt manchmal zu neuen Ansätzen
und Lösungen.
Während des „Kalten Krieges“ war viel von Entspannung die
Rede. Irgendwann entspannte man sich und konnte ein paar Truppenkontingente
abbauen und das Geld (wenn es überhaupt vorhanden war) in andere Projekte
stecken.
Im wirtschaftlichen und
im politischen Aktionsraum lautet das Zauberwort „Entlastung“. Entlastung
von Steuern und Abgaben sowie Entlastung oder besser Befreiung von einengenden
Gesetzgebungen. Diese Entlastungen wandeln sich in Gewinne um und alle sind
zufrieden. Was hat die Gesellschaft davon? Entstehen neue Fabriken, neue Jobs,
gute Aussichten? Wird der Markt stimuliert? Ist es auf der anderen Seite
richtig, nur immer darüber zu sprechen, statt die Entlastungen auch spürbar
umzusetzen, immer mit der Frage, „Wem nützt es?“, verbunden. Haben nicht viele
das Gefühl, das einer Entlastung immer schneller eine Belastung folgt, die
teilweise größer ausfällt als die vorherige Ersparnis? Kann es sein, dass viele
Menschen der heutigen Art und Weise, wie Themen aller Art kommuniziert werden,
nicht mehr folgen wollen oder können? Wächst dadurch das Unverständnis für
gewisse Entscheidungen im wirtschaftlichen und auch in anderen Bereichen? Was
löst Verunsicherung aus, ist dies wirklich ein erfolgversprechendes Mittel für
ein stabiles und dauerhaftes Wirtschaftswachstum und das Funktionieren der
Menschen?
Das Prinzip des Führens ohne zu führen, wie es
offensichtlich in einigen Wirtschaftseinheiten angewendet wird, funktioniert
nicht dauerhaft. Die Sinne der Teilnehmer, für die Lösung von komplizierten
Aufgaben vorgesehen, erschlaffen mit der Zeit und es sind grundsätzlich
steuernde Impulse notwendig, um die Richtung zu halten oder zu verändern. Nur
zu glauben, zu wissen, was richtig und unerlässlich ist, reicht nicht aus. Man
muss dies regelmäßig und laut kommunizieren und auch das „Echo“ akzeptieren und
auswerten, welches einem aus der Masse zurückgeworfen wird!
Die Gesamtheit und die Dauerhaftigkeit von Erfolg und das
Zusammenstehen in Zeiten von Misserfolgen zeichnet eine Gesellschaft aus. Weltoffenheit
und Transparenz sind weitere Attribute, die nicht ausgeklammert werden dürfen.
Fährt man mit offenen Augen und geschärften Sinnen durch
eine Stadt wie Berlin, erzählen einem verwaiste Straßenzüge und der Blick in
die Gesichter der Passanten eine interessante Geschichte über die tatsächliche
Lage einer Gesellschaft, fernab von bunten Reklameschildern und hochgezüchteten
Werbespots.
Jeder neue Einkaufstempel bedeutet den Tod vieler kleiner
Marktteilnehmer. Von Vielfalt kann im Zusammenhang mit diesen Centern nicht
wirklich gesprochen werden. Es finden sich immer dieselben Topmarken mit den
immer gleichen Angeboten zusammen. Für die wenigen Investoren ist dies fast
immer ein gutes Geschäft. Bis zum Bau des nächsten Centers in der Nähe. Selbst
Leerstand rechnet sich für gewisse
Kreise schon und führt nicht zum Nachdenken.
Die Vielfalt schrumpft. Die Werbung sorgt dafür, dass sich
viele auf weniges konzentrieren. Was
allerdings auch die Hauptaufgabe eines guten Marketings darstellt. Wie bei
allem, sehen die Beteiligten nur ihren persönlichen Erfolg und nicht die
Auswirkungen darüber hinaus.
Die Zeit der großen Neuerungen ist vorbei. Alle
Veränderungen betreffen nur noch
Detailfragen. Und damit verschärft sich der Kampf um die Märkte, um die letzten
Möglichkeiten der Gewinnmaximierung. Dabei spielt die Ressource „Mensch“ die
entscheidende Hauptrolle, ihr Preis bestimmt die nächsten Schritte und
entscheidet über Erfolg und Misserfolg aller Bemühungen. Und damit schließt
sich der Kreis, den man nur durchbrechen kann, wenn man sich dessen auch
bewusst wird und sein Verhalten ändern will. Es gibt leider kein Patentrezept
für erfolgreiches Wirtschaften, alles kann falsch oder richtig sein. Alles
hatte und hat seine Zeit, dann werden die Karten wieder neu gemischt und alles
auf „Los“ gestellt. Alles hängt vom Willen und den Fähigkeiten der beteiligten
Mitspieler ab, ihrer Aufmerksamkeit und ihrer persönlichen Einstellung. Der
Wert der Masse sinkt beständig, in den Augen der Führer. Und sie senken diesen
Wert auch ganz bewusst. Das hilft am Ende, alles zu erklären, auch wenn man die
Probleme nicht lösen konnte.
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