Sonntag, 13. Januar 2013

Wirtschaft


Die Wirtschaft


 

Die Wirtschaft des 21.Jahrhunderts ist geprägt von Reglementierungen. Viel hat sich in den letzten hundert Jahren getan. Qualitätsstandards, Produktionsstandards und die Absatzmöglichkeiten haben sich verändert und erweiterten sich. Vieles wurde modernisiert und an die globalen Verhältnisse angepasst. Für den durchschnittlichen Menschen wurde alles aber auch komplizierter und weniger überschaubar. Alle Standards nützen nichts, wenn der Mensch nicht in der Lage oder willens ist, sie umzusetzen. Wie viele Informationen kann eine Person aufnehmen und wie reagiert sie auf ein zu viel an Informationen? Wie viele Themen und Aufgaben kann ein Mensch gleichzeitig aufnehmen und bearbeiten? Warum funktionieren so viele Dinge nicht oder nur eine begrenzte Zeit lang, obwohl alles Lehrbuchgetreu durchgeführt wird? Hat sich der Mensch an sich weiterentwickelt? Was blockiert eine gesunde Entwicklung, wenn man sich für ein, wie auch immer geartetes Wirtschaftssystem entschieden hat? Was bedeutet eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung?

Mensch oder Maschine, für eines dieser Worte entscheidet man sich bei der Wahl seines Wirtschaftssystems. Im jetzigen System geht die Tendenz eindeutig hin zum Begriff Maschine. Karl M. hat die Funktionsweise, die Ziele und Erfordernisse erfolgreicher Produktion ausreichend beschrieben. Zu seiner Zeit. Die Unterordnung des Menschen und die Allmacht der Produktionskennzahlen sind bekannt. Seine und die Ausarbeitungen anderer Forscher gaben Anlass zur Bildung eines Wirtschaftssystems, welches auf der Planwirtschaft beruhte, den Sozialismus.   

Für das scheitern kann nicht das System verantwortlich gemacht werden, sondern immer nur alle beteiligten Teilchen der Gemeinschaft. Unterbrochener Kommunikationsfluss und die damit verbundene Fehleinschätzung von Entwicklungen führten zu dessen Ende.  Genauso finden diese Zusammenbrüche auch heute wieder statt. Auf der ganzen Welt und zu jeder Zeit, in jedem System. Erst stirbt die Wirtschaft, dann das umgebene System Staat.

Der Mensch hat sich nicht wirklich weiter Entwickelt. Für eine Menge an neuen Informationen rücken andere in seinem Bewusstsein in den Hintergrund. Konzentriert er sich auf Aufgaben mit vollem Interesse lässt er andere außer Acht. Er setzt Prioritäten, oft unter permanenten Zeit- und Erfolgsdruck.  Oft stehen ihm nur begrenzte Informationen zur Verfügung, um bestimmten Aufgaben überhaupt eine Priorität zuzuordnen. Erfolg misst sich im Großen und Ganzen an der Quantität. Alles muss produktiv sein und sich rechnen. Dies verstehen alle. Dass die in vielen Vorschriften beschriebene Qualität dabei vernachlässigt wird, muss von allen in Kauf genommen werden. Nicht einmal bewusst, sondern rein menschlich wird dieses Thema ausgeblendet, bis man von außen darauf hingewiesen wird. Oft ist es dann zu spät!

Die Wirtschaftslenker haben einen Auftrag, das angelegte Geld mehren. Der Staat hat die Aufgabe, alles Erdenkliche zu tun, um eine unbeschränkte Entfaltung der Wirtschaft zu ermöglichen bei gleichzeitigem Schutz der Beschäftigten vor der totalen Ausbeutung. Ist das eine Kommunistische Ansicht? Nein. Es macht vielmehr den Unterschied zwischen Sozialismus und Kapitalismus aus. Der Schutz des Menschen und die Unterdrückung des Marktes, also die Wirtschaftsform im Sozialismus, führten zur Verarmung des gesamten Systems bis hin zu dessen Ende. Trotzdem sollte dem Schutz des Menschen eine Bedeutung zugestanden werden.

Die Zügellosigkeit des Kapitalismus, seine menschenverachtende Ausprägung führte immer zu Kriegen. Es war schon immer einfacher zehntausende Menschen zu entlassen, als fünftausend neue Stellen zu schaffen. Diese Einstellung ist heute verbreiteter denn je. Genauso ist es einfacher das Lohnniveau durch Auslagerungen und Neueinstellungen zu senken, als es im gesamtwirtschaftlichen Kontext anzuheben. Der einzelne Unternehmer kann die Auswirkungen seines Verhaltens und seiner Entscheidungen nur in Bezug auf die ihm zur Verfügung stehenden, betriebsinternen Daten abschätzen. Der gesamtgesellschaftliche Prozess läuft für ihn unsichtbar ab und wird erst für alle zu besonderen Anlässen sichtbar. Der massive Rückgang der Binnenwirtschaft und die Verschlechterung der Lage besonderer Kernindustrien sind solche Anlässe. Ist es soweit, ist es aber meist zu spät. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um aus einem Tal die Bergspitze zu erklimmen ist um vieles höher, als der Marsch über den Bergkamm mit Sicherungsseilen, die einen Absturz verhindern.  Die Verantwortung tragen in jedem Fall Menschen des vorhandenen Systems. All ihre Handlungen, beruhend auf ihrer durch Informationsaufnahme gefestigten Einstellungen führen zu dem einen oder anderen Ergebnis. Wie der Staat wird auch die Wirtschaft von Kommunikation getrieben. Falsche Kommunikation, Fehlinterpretation von Informationen und die daraus folgende Ausführung unnützer Aktionen führen ins Aus. Kommunikationstrainer beschrieben das mit den schlechten Nachrichten so:“ Eine schlechte Nachricht verbreitet sich dreißig Mal schneller als eine gute Nachricht“. Dies trifft wohl von oben nach unten zu. Doch wie schwer hat es eine schlechte Nachricht, die über das Wohl und Wehe vieler Menschen entscheidet, seinen Weg nach oben zu finden, zu den Entscheidern? Wie schwer fallen Entscheidungen mit dem Wissen, nicht alle Informationen zu besitzen? Wie viele Entscheider werden aus eigenem Willen oder dem ihrer Untergebenen von wichtigen Informationskreisläufen ausgeschlossen? Wie viele Wirtschaftslenker geben sich mit diesem Zustand zufrieden, geschweige, dass sie es überhaupt bemerken?

Es nutzt nichts, die Nummer 1 zu sein, wenn sich keiner mehr dafür interessiert. Daraus folgt dann auch der Verlust des ersten Ranges. Bewunderung wandelt sich in Gleichgültigkeit und Desinteresse. Man wendet sich ab und hält Ausschau nach neuen, interessanteren und wirtschaftlich erfolgversprechenden Aktivitäten. Der Mensch ist grundsätzlich neugierig, solange er auf der Suche ist und steht unter dieser Bedingung neuem extrem offen gegenüber. Ist er relativ Sorgenfrei, kann er dieser Neugierde freien Lauf lassen. Dies gilt für Unternehmen gleichermaßen wie für Privatpersonen.

Eine gewisse Sorgenfreiheit (gegeben bei: anständiger Entlohnung der Arbeitskraft und Achtung der Persönlichkeit) trägt durch die Summe der Privatkonsumenten zur Steigerung der Binnenwirtschaft in allen Ländern bei. Unternehmen (bei guter Gewinnlage) können in neue Technik, Forschung und Personal investieren und sich allgemein, auf die Ausrichtung innerhalb der regionalen, nationalen und globalisierten Märkte konzentrieren. Tun sie das nicht, sondern ziehen die geldlichen Mittel für artfremde Zwecke ab, kann das früher oder später zur wirtschaftlichen Schieflage führen. Was beim Thema Globalisierung zu beachten ist wurde in einem anderen Abschnitt beschrieben.

Wo steht die Wirtschaft heute? Welche Neuerungen stehen an und was kann in der Zukunft noch wirkliche Bewegung in die Märkte bringen? Wie hält man die Geld und Warenströme in Bewegung?

Maschinen sind so gut, wie die Menschen die sie entwickeln. Sie haben das Aussehen und die Kapazitätsgrenzen, welche die Entwickler ihnen mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen geben können. Sie bestehen manchmal aus tausenden Einzelteilen, produziert von den verschiedensten Firmen und den dort Beschäftigten. Menschen bedienen diese Maschinen und bestimmen in der Folge auch ihren Nutzen, durch Handhabung und Pflege derselben. Die beste Maschine nutzt nichts, wenn die durch sie geleistete Arbeit keine Abnehmer mehr findet. Die Maschine wird stillgelegt, die Arbeiter bleiben zu Hause, das Unternehmen stirbt.

Teilweise bestimmt heute schon die Technik das Aussehen von Wirtschaftsgütern. Im Automobilbau bestimmt zum großen Teil der Windkanal die zukünftige Form von Karosserien der verschiedensten Hersteller. Und weil es sich so gut macht und ja auch mehr als logisch ist, ähneln sich die Autos der verschiedenen Marken heute mehr denn je. Dadurch ist es sogar möglich, verschiedene Automarken auf ein und denselben Karosserieplattformen und mit völlig identischen sonstigen Ausrüstungsgegenständen zu bauen.  Dieser Logik folgend dürfte es eigentlich nur ein Auto auf der Welt geben, nämlich das Optimale. Soweit ist es aber noch nicht. Und der Mensch ist wohl auch noch nicht bereit, ein solches Auto zu akzeptieren. Dies alles könnte aber eine Erklärung für den Rückgang des Markenbewusstseins in der Autobranche und den Erfolg von Newcomern sein. Preise spielen eine weitere wichtige Rolle und bestimmen mehr als alles andere die Entwicklung von Verkaufszahlen. Wer wenig hat, braucht nicht zu überlegen, sondern er handelt nach den Erfordernissen und seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Es sind nicht die Einzelerfolge eines Autohauses sondern das Gesamtergebnis eines Unternehmens was zählt. Wer Europa als Handelsplatz schon abgeschrieben hat, ist sich wohl der tatsächlichen Situation durchaus bewusst. Das Problem besteht nun sichtbar im Zusammenwirken aller Wirtschaftsunternehmen, national und global. Wie viel Kaufkraft oder besser Geld  bleibt bei der Masse von Endkonsumenten, für die Anschaffung all der schönen, produzierten und angepriesenen Dinge dieser Welt?

Die bekanntesten Worte in allen Bereichen der Wirtschaft lauten:

„Einsparung“, „Gewinnmaximierung“, „Qualitätssicherung“

Alle handeln nach den gleichen Prinzipien, welche die moderne Wirtschaftslehre als Standard festschreibt. Vom Konzernlenker bis zum Pförtner eines jeden Unternehmens, sind diese Wörter schon mehr als ein Bekenntnis, sie begründen die Daseinsberechtigung eines jeden Mitarbeiters.

Jeder Anruf eines Einkäufers bei einem potentiellen Lieferanten dient oft auch gleichzeitig als Preisdrückergespräch im Sinne der „Gewinnmaximierung“. Dass sich diese Gesprächsführung auch bei den Lieferanten und deren Lieferanten fortsetzt,  daran denkt ein Einkäufer garantiert nicht. Seine Vorgesetzten noch weniger. Stellt man sich jetzt die Frage, wo und wie die „Einsparungen“ des Einkäufers letztendlich zustande kommen, erhält man genau zwei Antworten:

„Die Wirtschaftskette bis zum Produzenten senkt ihre Gewinne, Erträge bei gleichbleibender Qualität“

Dies bedeutet ein ständiges Absenken der Kaufkraft für mehr oder weniger Marktteilnehmer. Dies ist in Deutschland ausgezeichnet nachzuvollziehen.

„Die Wirtschaftskette bis zum Produzenten senkt ihre Gewinne, Erträge nicht, zu Lasten der Qualität“

Dies bedeutet teilweise einen finanziellen Mehraufwand für Nachkäufe und damit Kaufkraftverlust für alle Marktteilnehmer Aufgrund verminderter Qualität und Haltbarkeit.

Es gibt auch einen dritten Fall, dies ist der Lieferant, der auf gleichbleibende hohe Qualität setzt und auf dementsprechende Preise angewiesen ist und besteht. Dieser wird allerdings in der heutigen gesamtwirtschaftlichen Situation, schon vom kleinsten Angestellten aus der potentiellen Lieferantenliste früher oder später gestrichen. Er hat es am Markt schwer, denn der freie Markt kennt nur eine Richtung! Dies ist die gängige Praxis in diesem System und zeichnet uns den Weg. Qualität oben und Preise unten. Wer hat da in der Schule nicht aufgepasst? Dies ist weder als Marketinggag witzig noch besonders zielführend! Es verfestigt nur das völlig falsche Weltbild vom Verhältnis zwischen Qualität und Preis.  Und dies dauerhaft und in weiten Kreisen der Bevölkerung.

Aber nicht der Einkäufer soll hier an den Marterpfahl gestellt werden. Er tut seine Arbeit auch nur nach besten Wissen und Gewissen.

Auch alle anderen Abteilungen und Teilnehmer der Wirtschaft sind auf die eine oder andere Weise gezwungen, sich den Gesetzen des so viel gelobten freien Marktes zu stellen. Vielen gelingt es, ihre Überlebensnische zu finden, vielen, der Mehrzahl, gelingt dies nicht.

In jedem Fall bestimmen die Vorgaben der Wirtschaftslenker, ihre Art der Kommunikation in Richtung ihrer Untergebenen alle weiteren Ereignisse. Betriebsintern wie gesamtwirtschaftlich, das Wohl und Wehe eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter hat auch immer einen wie klein auch immer gearteten Einfluss auf  die gesellschaftliche Entwicklung. Wenn sich die gesamte Wirtschaft über viele Jahre auf dem berühmten Sparkurs befindet, ist der schleichende Rückgang von Kaufkraft und Qualität vorprogrammiert. Die verschiedenen Unternehmen aus verschiedensten Branchen können die Gesamtheit nicht übersehen, selbst wenn sie es wollten. Denn ein Unternehmen wird auch nur durch Menschen geführt, mit ihrer naturgegebenen, unschuldigen Begrenztheit. Aus dieser Kommunikationsfalle auszubrechen wird nicht einfach, wenn nicht gar unmöglich sein. Geld regiert die Welt und somit wird sich immer jemand finden, der es für weniger tut. Weniger Leistung, weniger Qualität, weniger Wert.


 Wer über viel Geld verfügt bekommt bei guter Anlage noch unsagbar viel Geld hinzu, ohne etwas dafür zu tun. Wer nichts oder wenig hat, zahlt noch entsprechend hohe Zinsen für geliehenes Geld. Man könnte auch sagen, das Finanzsystem steht auf dem Kopf.

Hierbei soll es sich nicht um eine Anklage gegen den Reichtum handeln. Im Normalfall wurde der Reichtum durch aufopferungsvolle Tätigkeit erwirtschaftet. Unter welchen Bedingungen dies heute auf breiter Basis geschieht ist die Frage. Wenn nur des Geldes wegen gewirtschaftet wird und der Blick für den gesamtgesellschaftlichen Kontext verloren geht, ist der Wirtschaftskreislauf nicht mehr lange am Laufen zu halten. Was geschieht mit dem Überhang der finanziellen Mittel. Wird er dem Wirtschaftskreislauf zugeführt oder ihm entzogen? Entstehen neue Wirtschaftseinheiten oder nicht?

Wie die menschliche Gesellschaft mehr auf Organisation als auf Freiheit beruht, so auch die mit ihr verbundene Wirtschaft. Alles ist miteinander verbunden und nicht leicht zu überschauen. Aber es gibt immer Anzeichen und Hinweise auf künftige Ereignisse und Erfordernisse. Man darf sie nur nicht übersehen und sollte sie schon gar nicht ignorieren. Jede Frage zu diesem, wie auch zu allen anderen Themen, ist eine gute Frage! Sie provoziert den Empfänger, zwingt ihn zum Nachdenken und führt manchmal zu neuen Ansätzen und Lösungen.

Während des „Kalten Krieges“ war viel von Entspannung die Rede. Irgendwann entspannte man sich und konnte ein paar Truppenkontingente abbauen und das Geld (wenn es überhaupt vorhanden war) in andere Projekte stecken.

Im wirtschaftlichen und  im politischen Aktionsraum lautet das Zauberwort „Entlastung“. Entlastung von Steuern und Abgaben sowie Entlastung oder besser Befreiung von einengenden Gesetzgebungen. Diese Entlastungen wandeln sich in Gewinne um und alle sind zufrieden. Was hat die Gesellschaft davon? Entstehen neue Fabriken, neue Jobs, gute Aussichten? Wird der Markt stimuliert? Ist es auf der anderen Seite richtig, nur immer darüber zu sprechen, statt die Entlastungen auch spürbar umzusetzen, immer mit der Frage, „Wem nützt es?“, verbunden. Haben nicht viele das Gefühl, das einer Entlastung immer schneller eine Belastung folgt, die teilweise größer ausfällt als die vorherige Ersparnis? Kann es sein, dass viele Menschen der heutigen Art und Weise, wie Themen aller Art kommuniziert werden, nicht mehr folgen wollen oder können? Wächst dadurch das Unverständnis für gewisse Entscheidungen im wirtschaftlichen und auch in anderen Bereichen? Was löst Verunsicherung aus, ist dies wirklich ein erfolgversprechendes Mittel für ein stabiles und dauerhaftes Wirtschaftswachstum und das Funktionieren der Menschen?

Das Prinzip des Führens ohne zu führen, wie es offensichtlich in einigen Wirtschaftseinheiten angewendet wird, funktioniert nicht dauerhaft. Die Sinne der Teilnehmer, für die Lösung von komplizierten Aufgaben vorgesehen, erschlaffen mit der Zeit und es sind grundsätzlich steuernde Impulse notwendig, um die Richtung zu halten oder zu verändern. Nur zu glauben, zu wissen, was richtig und unerlässlich ist, reicht nicht aus. Man muss dies regelmäßig und laut kommunizieren und auch das „Echo“ akzeptieren und auswerten, welches einem aus der Masse zurückgeworfen wird!

Die Gesamtheit und die Dauerhaftigkeit von Erfolg und das Zusammenstehen in Zeiten von Misserfolgen zeichnet eine Gesellschaft aus. Weltoffenheit und Transparenz sind weitere Attribute, die nicht ausgeklammert werden dürfen.

Fährt man mit offenen Augen und geschärften Sinnen durch eine Stadt wie Berlin, erzählen einem verwaiste Straßenzüge und der Blick in die Gesichter der Passanten eine interessante Geschichte über die tatsächliche Lage einer Gesellschaft, fernab von bunten Reklameschildern und hochgezüchteten Werbespots.

Jeder neue Einkaufstempel bedeutet den Tod vieler kleiner Marktteilnehmer. Von Vielfalt kann im Zusammenhang mit diesen Centern nicht wirklich gesprochen werden. Es finden sich immer dieselben Topmarken mit den immer gleichen Angeboten zusammen. Für die wenigen Investoren ist dies fast immer ein gutes Geschäft. Bis zum Bau des nächsten Centers in der Nähe. Selbst Leerstand  rechnet sich für gewisse Kreise schon und führt nicht zum Nachdenken. 

Die Vielfalt schrumpft. Die Werbung sorgt dafür, dass sich viele auf weniges konzentrieren.  Was allerdings auch die Hauptaufgabe eines guten Marketings darstellt. Wie bei allem, sehen die Beteiligten nur ihren persönlichen Erfolg und nicht die Auswirkungen darüber hinaus.

Die Zeit der großen Neuerungen ist vorbei. Alle Veränderungen betreffen  nur noch Detailfragen. Und damit verschärft sich der Kampf um die Märkte, um die letzten Möglichkeiten der Gewinnmaximierung. Dabei spielt die Ressource „Mensch“ die entscheidende Hauptrolle, ihr Preis bestimmt die nächsten Schritte und entscheidet über Erfolg und Misserfolg aller Bemühungen. Und damit schließt sich der Kreis, den man nur durchbrechen kann, wenn man sich dessen auch bewusst wird und sein Verhalten ändern will. Es gibt leider kein Patentrezept für erfolgreiches Wirtschaften, alles kann falsch oder richtig sein. Alles hatte und hat seine Zeit, dann werden die Karten wieder neu gemischt und alles auf „Los“ gestellt. Alles hängt vom Willen und den Fähigkeiten der beteiligten Mitspieler ab, ihrer Aufmerksamkeit und ihrer persönlichen Einstellung. Der Wert der Masse sinkt beständig, in den Augen der Führer. Und sie senken diesen Wert auch ganz bewusst. Das hilft am Ende, alles zu erklären, auch wenn man die Probleme nicht lösen konnte.

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