Gewinner und Verlierer
Das einzige System, welches über einen sehr langen Zeitraum
funktioniert hat, war wohl die Urgesellschaft, in der die Menschen zueinander
fanden, Gemeinschaften bildeten, füreinander und miteinander dafür sorgten,
Gefahren abzuwehren und alles Notwendige für den Lebensunterhalt zu beschaffen.
Als die Menschen die ersten Waffen erfanden, war es mit dem Frieden vorbei,
einige schwangen sich zu Führern auf, gaben sich Titel und Macht. Und dies, im
Angesicht dessen, dass alle Menschen, die gleichen Vorfahren haben und aus
derselben Ursuppe entstanden sind. Die Mehrklassengesellschaft sorgt immer für
Gewinner und Verlierer. Anführer und Geführte, Nutznießer und Ausgenutzte
bestimmen seither das Bild der Gesellschaften. Einige Gruppen und Individuen
halten sich für unabhängig, aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung, sie
verhielten und verhalten sich auch so.
Weder die führende, noch die geführte Klasse kann den
Zustand, der völligen Unabhängigkeit erreichen. Alles was geschieht ist eng und
über alle Grenzen hinweg, miteinander verwoben. Wer sich auf seine
Unabhängigkeit verlässt, steht am Ende verlassen da. Der Gewinn der Einen wird
aus dem Pool der anderen gewonnen. Ist dort nichts mehr zu holen, verarmt auch
der Profiteur.
Was unterscheidet die Gesellschaft von heute, von der des
Mittelalters? Von der des 18 oder 19 oder 20 Jahrhunderts? Abgesehen vom
Technischen Fortschritt und dessen Errungenschaften, nichts.
Besitzer und Besitzlose, eben das typische Bild der Gewinner
und Verlierer bestimmen das Bild auf dem gesamten Globus. Die Führer sind nicht
in der Lage eine gerechte Gesellschaft für alle menschlichen Wesen zu schaffen.
Das Gewinnstreben steht solchen Gedanken extrem im Wege. Man kann dies nur
beobachten, einige erheben das Wort dagegen, doch erreichen sie damit nur
punktuelle Veränderungen. Der Sieg gehört den Mächtigen und den, durch sie
entwickelten Gesetzen. Viel Geld zieht noch mehr Geld an, Geld ist Macht und
Macht macht erfinderisch. Wer nichts hat bekommt auch nichts und ist nichts.
Nichts wurde tatsächlich unternommen, um eine globale
Ausgeglichenheit zu erschaffen, nichts kann unternommen werden, um die
Verarmung zu stoppen, dies steht allen Gesetzen der Marktwirtschaft
entgegen. Und die Realitäten der
Jetztzeit beweisen dies auf tragische Weise. Staatspleiten, Firmenpleiten,
Bürgerinsolvenzen. Diese Dinge werden zwar als normaler Vorgang innerhalb der
marktwirtschaftlichen Gegebenheiten bezeichnet, sind allerdings in der
Anhäufung und Verbreitung nur die Wegweiser zum Endpunkt. Wie schon oft
angemerkt, die fehlende Ausgeglichenheit und der Zwang der Gewinnmaximierung
lassen am Ende den Kuchen verschwinden. Der Topf, der in endloser Folge neuen
Brei kocht, ist leider nur im Märchen vorhanden.
Alles steht im Zusammenhang, aufstrebende Gesellschaften
sollten alle Menschen mit einbeziehen und nicht den Erfolg auf dem Rücken der
Unterschichten aufbauen. Die Möglichkeiten des Broterwerbs und Konsums für alle
Beteiligten sicherzustellen, gehört zu den stark vernachlässigten Komponenten
der Wirtschaft. Und dies zu beenden, muss auch global gelingen. Dazu bedarf es
mehr, als Absprachen über Leitzinsen und Hilfskredite, womit und mit wem, will
man die Produktions- und Gewinnschleifen am Leben erhalten, was soll ganz
konkret die Wirtschaft beleben.
Wie will man Verlierer auf die Gewinnerseite ziehen, sie in
die Wirtschaft mit einbeziehen, will man es überhaupt? Es geht nicht um die
wenigen, die aus eigener Initiative heraus, ihr Leben selbstständig gestalten
können, sondern um die Masse der Erwerbstätigen, die in der Abhängigkeit zu Arbeitgebern,
ihre einzige Überlebenschance sehen und sich diesen gerne anvertrauen. Nur zu
oft auf dieser Welt, wird dieses Vertrauen missbraucht und stehen diese
Menschen immer wieder vor dem Nichts. „Win-Win“ Situationen werden gerne als Strategie
in Konzernen angewendet. Meist sind damit die Firma und der Kunde gemeint,
nicht jedoch der Mitarbeiter. Man sollte dem ganzen also ein „Win“ hinzufügen.
Dies wäre zumindest eine logische Schlussfolgerung. Auch dies erfordert dann
einige Gedankengänge mehr, mal Verzicht und mal Gewinn, halt ein ausgeglichenes
Verhalten.
Es kommt immer auf die Ziele an, die man sich setzt. Wen erklärt
man zum Gewinner und wen zum Verlierer. Je mehr Gruppen in die Gewinnerzone und
die entsprechende Zielsetzung mit einbezogen werden, umso weniger Verlierer und
Verlustzonen werden entstehen.
Kompliziert? Ja. Sinnvoll? Ja. Unmöglich? Nein? Es erfordert
nur den Willen es zu tun.
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