Freitag, 3. Mai 2013

Gewinner und Verlierer


Gewinner und Verlierer


Das einzige System, welches über einen sehr langen Zeitraum funktioniert hat, war wohl die Urgesellschaft, in der die Menschen zueinander fanden, Gemeinschaften bildeten, füreinander und miteinander dafür sorgten, Gefahren abzuwehren und alles Notwendige für den Lebensunterhalt zu beschaffen. Als die Menschen die ersten Waffen erfanden, war es mit dem Frieden vorbei, einige schwangen sich zu Führern auf, gaben sich Titel und Macht. Und dies, im Angesicht dessen, dass alle Menschen, die gleichen Vorfahren haben und aus derselben Ursuppe entstanden sind. Die Mehrklassengesellschaft sorgt immer für Gewinner und Verlierer. Anführer und Geführte, Nutznießer und Ausgenutzte bestimmen seither das Bild der Gesellschaften. Einige Gruppen und Individuen halten sich für unabhängig, aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung, sie verhielten und verhalten sich auch so.
Weder die führende, noch die geführte Klasse kann den Zustand, der völligen Unabhängigkeit erreichen. Alles was geschieht ist eng und über alle Grenzen hinweg, miteinander verwoben. Wer sich auf seine Unabhängigkeit verlässt, steht am Ende verlassen da. Der Gewinn der Einen wird aus dem Pool der anderen gewonnen. Ist dort nichts mehr zu holen, verarmt auch der Profiteur.
Was unterscheidet die Gesellschaft von heute, von der des Mittelalters? Von der des 18 oder 19 oder 20 Jahrhunderts? Abgesehen vom Technischen Fortschritt und dessen Errungenschaften, nichts.
Besitzer und Besitzlose, eben das typische Bild der Gewinner und Verlierer bestimmen das Bild auf dem gesamten Globus. Die Führer sind nicht in der Lage eine gerechte Gesellschaft für alle menschlichen Wesen zu schaffen. Das Gewinnstreben steht solchen Gedanken extrem im Wege. Man kann dies nur beobachten, einige erheben das Wort dagegen, doch erreichen sie damit nur punktuelle Veränderungen. Der Sieg gehört den Mächtigen und den, durch sie entwickelten Gesetzen. Viel Geld zieht noch mehr Geld an, Geld ist Macht und Macht macht erfinderisch. Wer nichts hat bekommt auch nichts und ist nichts.
Nichts wurde tatsächlich unternommen, um eine globale Ausgeglichenheit zu erschaffen, nichts kann unternommen werden, um die Verarmung zu stoppen, dies steht allen Gesetzen der Marktwirtschaft entgegen.  Und die Realitäten der Jetztzeit beweisen dies auf tragische Weise. Staatspleiten, Firmenpleiten, Bürgerinsolvenzen. Diese Dinge werden zwar als normaler Vorgang innerhalb der marktwirtschaftlichen Gegebenheiten bezeichnet, sind allerdings in der Anhäufung und Verbreitung nur die Wegweiser zum Endpunkt. Wie schon oft angemerkt, die fehlende Ausgeglichenheit und der Zwang der Gewinnmaximierung lassen am Ende den Kuchen verschwinden. Der Topf, der in endloser Folge neuen Brei kocht, ist leider nur im Märchen vorhanden.
Alles steht im Zusammenhang, aufstrebende Gesellschaften sollten alle Menschen mit einbeziehen und nicht den Erfolg auf dem Rücken der Unterschichten aufbauen. Die Möglichkeiten des Broterwerbs und Konsums für alle Beteiligten sicherzustellen, gehört zu den stark vernachlässigten Komponenten der Wirtschaft. Und dies zu beenden, muss auch global gelingen. Dazu bedarf es mehr, als Absprachen über Leitzinsen und Hilfskredite, womit und mit wem, will man die Produktions- und Gewinnschleifen am Leben erhalten, was soll ganz konkret die Wirtschaft beleben.
Wie will man Verlierer auf die Gewinnerseite ziehen, sie in die Wirtschaft mit einbeziehen, will man es überhaupt? Es geht nicht um die wenigen, die aus eigener Initiative heraus, ihr Leben selbstständig gestalten können, sondern um die Masse der Erwerbstätigen, die in der Abhängigkeit zu Arbeitgebern, ihre einzige Überlebenschance sehen und sich diesen gerne anvertrauen. Nur zu oft auf dieser Welt, wird dieses Vertrauen missbraucht und stehen diese Menschen immer wieder vor dem Nichts. „Win-Win“ Situationen werden gerne als Strategie in Konzernen angewendet. Meist sind damit die Firma und der Kunde gemeint, nicht jedoch der Mitarbeiter. Man sollte dem ganzen also ein „Win“ hinzufügen. Dies wäre zumindest eine logische Schlussfolgerung. Auch dies erfordert dann einige Gedankengänge mehr, mal Verzicht und mal Gewinn, halt ein ausgeglichenes Verhalten.
Es kommt immer auf die Ziele an, die man sich setzt. Wen erklärt man zum Gewinner und wen zum Verlierer. Je mehr Gruppen in die Gewinnerzone und die entsprechende Zielsetzung mit einbezogen werden, umso weniger Verlierer und Verlustzonen werden entstehen.
Kompliziert? Ja. Sinnvoll? Ja. Unmöglich? Nein? Es erfordert nur den Willen es zu tun.

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