Freitag, 3. Mai 2013

Gewinner und Verlierer


Gewinner und Verlierer


Das einzige System, welches über einen sehr langen Zeitraum funktioniert hat, war wohl die Urgesellschaft, in der die Menschen zueinander fanden, Gemeinschaften bildeten, füreinander und miteinander dafür sorgten, Gefahren abzuwehren und alles Notwendige für den Lebensunterhalt zu beschaffen. Als die Menschen die ersten Waffen erfanden, war es mit dem Frieden vorbei, einige schwangen sich zu Führern auf, gaben sich Titel und Macht. Und dies, im Angesicht dessen, dass alle Menschen, die gleichen Vorfahren haben und aus derselben Ursuppe entstanden sind. Die Mehrklassengesellschaft sorgt immer für Gewinner und Verlierer. Anführer und Geführte, Nutznießer und Ausgenutzte bestimmen seither das Bild der Gesellschaften. Einige Gruppen und Individuen halten sich für unabhängig, aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung, sie verhielten und verhalten sich auch so.
Weder die führende, noch die geführte Klasse kann den Zustand, der völligen Unabhängigkeit erreichen. Alles was geschieht ist eng und über alle Grenzen hinweg, miteinander verwoben. Wer sich auf seine Unabhängigkeit verlässt, steht am Ende verlassen da. Der Gewinn der Einen wird aus dem Pool der anderen gewonnen. Ist dort nichts mehr zu holen, verarmt auch der Profiteur.
Was unterscheidet die Gesellschaft von heute, von der des Mittelalters? Von der des 18 oder 19 oder 20 Jahrhunderts? Abgesehen vom Technischen Fortschritt und dessen Errungenschaften, nichts.
Besitzer und Besitzlose, eben das typische Bild der Gewinner und Verlierer bestimmen das Bild auf dem gesamten Globus. Die Führer sind nicht in der Lage eine gerechte Gesellschaft für alle menschlichen Wesen zu schaffen. Das Gewinnstreben steht solchen Gedanken extrem im Wege. Man kann dies nur beobachten, einige erheben das Wort dagegen, doch erreichen sie damit nur punktuelle Veränderungen. Der Sieg gehört den Mächtigen und den, durch sie entwickelten Gesetzen. Viel Geld zieht noch mehr Geld an, Geld ist Macht und Macht macht erfinderisch. Wer nichts hat bekommt auch nichts und ist nichts.
Nichts wurde tatsächlich unternommen, um eine globale Ausgeglichenheit zu erschaffen, nichts kann unternommen werden, um die Verarmung zu stoppen, dies steht allen Gesetzen der Marktwirtschaft entgegen.  Und die Realitäten der Jetztzeit beweisen dies auf tragische Weise. Staatspleiten, Firmenpleiten, Bürgerinsolvenzen. Diese Dinge werden zwar als normaler Vorgang innerhalb der marktwirtschaftlichen Gegebenheiten bezeichnet, sind allerdings in der Anhäufung und Verbreitung nur die Wegweiser zum Endpunkt. Wie schon oft angemerkt, die fehlende Ausgeglichenheit und der Zwang der Gewinnmaximierung lassen am Ende den Kuchen verschwinden. Der Topf, der in endloser Folge neuen Brei kocht, ist leider nur im Märchen vorhanden.
Alles steht im Zusammenhang, aufstrebende Gesellschaften sollten alle Menschen mit einbeziehen und nicht den Erfolg auf dem Rücken der Unterschichten aufbauen. Die Möglichkeiten des Broterwerbs und Konsums für alle Beteiligten sicherzustellen, gehört zu den stark vernachlässigten Komponenten der Wirtschaft. Und dies zu beenden, muss auch global gelingen. Dazu bedarf es mehr, als Absprachen über Leitzinsen und Hilfskredite, womit und mit wem, will man die Produktions- und Gewinnschleifen am Leben erhalten, was soll ganz konkret die Wirtschaft beleben.
Wie will man Verlierer auf die Gewinnerseite ziehen, sie in die Wirtschaft mit einbeziehen, will man es überhaupt? Es geht nicht um die wenigen, die aus eigener Initiative heraus, ihr Leben selbstständig gestalten können, sondern um die Masse der Erwerbstätigen, die in der Abhängigkeit zu Arbeitgebern, ihre einzige Überlebenschance sehen und sich diesen gerne anvertrauen. Nur zu oft auf dieser Welt, wird dieses Vertrauen missbraucht und stehen diese Menschen immer wieder vor dem Nichts. „Win-Win“ Situationen werden gerne als Strategie in Konzernen angewendet. Meist sind damit die Firma und der Kunde gemeint, nicht jedoch der Mitarbeiter. Man sollte dem ganzen also ein „Win“ hinzufügen. Dies wäre zumindest eine logische Schlussfolgerung. Auch dies erfordert dann einige Gedankengänge mehr, mal Verzicht und mal Gewinn, halt ein ausgeglichenes Verhalten.
Es kommt immer auf die Ziele an, die man sich setzt. Wen erklärt man zum Gewinner und wen zum Verlierer. Je mehr Gruppen in die Gewinnerzone und die entsprechende Zielsetzung mit einbezogen werden, umso weniger Verlierer und Verlustzonen werden entstehen.
Kompliziert? Ja. Sinnvoll? Ja. Unmöglich? Nein? Es erfordert nur den Willen es zu tun.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Alles ist -„Kommunikation“- ist alles


Alles ist -„Kommunikation“-  ist alles


Die Meister der Kommunikation überall auf der Welt in allen möglichen Positionen haben bisher noch keinen Beitrag zu Verbesserung dieser Welt geleistet. Das Vorwort Experte, lässt die Masse in Ehrfurcht erstarren und fast alles für bare Münze  nehmen, was diese Menschen von sich geben.  Es kommt immer weniger auf den Inhalt, als vielmehr auf die Formen der Kommunikation an. Nimmt man zum Beispiel die politische Agenda 2010 unter die Lupe, bedeutete sie für viele Betroffene einen rasanteren Abstieg auf der sozialen Leiter des Systems. Alle jubelten. Diejenigen, die kurz darauf ihre Jobs verloren, kamen wohl erst in der Isolation auf den Gedanken, dass die gute, alte Regelung vorteilhafter war. Jetzt wurden sie aber nicht mehr nach ihrer Meinung gefragt! Denn plötzlich gehörten sie der anderen Seite der Gesellschaft an. Dem menschlichen Müll, der nur Kosten produziert und ein Klotz am Bein der kapitalistischen Gesellschaft darstellt. Klingt hart, ist aber rein rechnerisch so. Und wer heute noch fröhlich durch die Lande saust, kann morgen schon dazugehören. Ob Krankheit oder wirtschaftliche Fehlentwicklungen, das Ergebnis bleibt dasselbe.
Da wurde also etwas kommunikativ verkauft, was niemand persönlich erleben und ertragen möchte. Und dies in einem Umfeld, welches gekennzeichnet war und ist, von Lohnrückgängen und dem steten Abbau von qualitativ, ansprechenden Arbeitsplätzen. Nach jedem Boom, folgt die Sättigung. Wenn man alles so laufen lässt, wie es läuft. Nach jedem industriellen Zusammenbruch, entstehen weniger Ersatzarbeitsplätze. Oder anders gesagt, den sogenannten neuen Arbeitsplätzen stehen eine Menge unter- und überqualifizierter Menschen gegenüber, die einfach niemand haben will. Man sucht mal wieder den 20 jährigen Vollprofi, der gerade seine Lehre in genau dem neuentstandenen Fachgebiet abgeschlossen hat. Und wird nicht fündig. Und für alle anderen gilt: 2010.
Wie so oft, ist die Freude des Einen, das Leid des Anderen.
Verfolgt man das Tagesgeschehen, kann man deutlich erkennen, dass immer weniger Menschen in der Lage sind, die derzeitigen Geschehnisse in vernünftige, verständliche Sätze zu packen. Geschweige zu erklären, was dieses und jenes für Auswirkungen in der Zukunft haben wird. Immer mehr Personen des öffentlichen Lebens scheinen nicht im Ansatz über die notwendigen Informationen zu verfügen. Projekte des öffentlichen Interesses verzögern und verteuern sich wie von selbst. Wieso, weshalb und auch warum, bleibt tatsächlich im Dunkeln. In der heutigen Zeit, ein Vierteljahrhundert nach der Wende, braucht man nicht mehr zu erklären, man braucht nur zu nehmen. Der Widerstand, das Interesse, der Wille der Öffentlichkeit, des Volkes scheinen gebrochen. Nur Lärmbelästigung erzeugt noch Energie und kämpferische Protestaktionen.
24 Jahre schlecht Nachrichten mit lächelnden Gesichtern verbreitet, haben die Menschen abstumpfen lassen. Für ein Stück alte Mauer, welches dem Fortschritt oder dem Investment weichen muss, gehen die Menschen auf die Straße, für verarmte, getötete Kinder regt sich das Herz nicht mehr.
Wenn statt Worten, Fäuste fliegen, Ausgrenzung zum Alltag gehört, sich Kommunikation zum Druckmittel entwickelt, um Umsätze zu steigern, Wahrheiten zu umschreiben, die Lage der Verzweifelten zu negieren, man beginnt, Minderheiten zu betiteln, Entwicklungen zu beschönigen, Notwendigkeiten zu verdecken, Fehlverhalten zu missachten,  Unbehagen zu erzeugen, dann ist es soweit, die Waage neigt sich zur negativen Seite und die Waagschale füllt sich mit all dem schlechten, was der Mensch an sich nicht ertragen möchte aber in dieser Gesellschaft ertragen muss.
Die erlernten Kommunikationsstrategien der Vergangenheit treffen zunehmen auf wenig sprachbegabtes Publikum. Nachteile mit Vorteilen zu verdecken, Realitäten auszublenden, Gefahren zu verstecken, Ungenanntes als Gesagtes zu bezeichnen, den Sinn des Gesagten zu verschleiern, sprich, den Empfänger der Botschaft zu vereiern, ist heute immer noch möglich, wie vor Jahren, scheinbar sogar notwendiger, da die Marktverhältnisse sich zusehend verschlechtern.
Farben, Formen, Klänge, Visionen und Gerüche, alles ist Kommunikation, alles führt zu Gefühlen, diese bilden die Grundlagen für Meinungen. Dafür oder dagegen, mit oder ohne, ja oder nein, früher oder später, diese Entscheidungen sind abhängig von diesen vielen, oft unscheinbaren Faktoren, deren Wichtigkeit und Bedeutung zwar gerne im typisch menschlichen Zerlege Modus abstrahiert werden, deren gegenseitige Einflussnahme und Zusammengehörigkeit nur selten erschöpfend erklärt wird. Zu kompliziert, zu weitschweifend, zu wenig greifbar wären die Schlussfolgerungen. Musikern gelingt das Zusammenführen der Faktoren noch am besten, im Livekonzert.
Sicher lebt auch die Werbung, vom Wissen um die Einflussnahme jedes einzelnen Faktors. Sie wird immer schriller, bunter, lauter und schneller. Während das Leben und die Menschen immer langsamer und grauer werden und die Visionen des Lebens für sie eine ungewisse Form annehmen. Die Jugend mag noch schnell und laut sein, bis sie von den Nachstrebenden nach Jahren an den Rand gedrückt werden, von Menschen, die noch lauter und noch schneller sind.
Bleibt bei der Geschwindigkeit noch Zeit für Gefühle, kennt ein Motoradfahrer mit Tempo 220 auf der Autobahn noch das Gefühl Angst? Ist in einer Gesellschaft der Singles und Alleinerziehenden das Gefühl der Liebe noch tiefgreifend vorhanden? Können sich gute Gefühle, die das Vertrauen fördern überhaupt noch flächendeckend entwickeln?
Den Königen und Meistern der Kommunikation gelingt es heute, den Menschen ein gutes Gefühl zu machen, sie von Dingen zu überzeugen, die oftmals im Nachhinein als schmerzvolle Lektion des Lebens und des Vertrauens in die Familiensaga eingehen. Visionen und Geschichten, das Glück des Unglücklichen wird zelebriert, die Menschen mit leere infiltriert, mit nichts weiter als dem Glauben an ein Ergebnis, welches vielleicht eintritt, vielleicht auch nicht.
Die Visionen der Kommunikationsstrategen treffen in der heutigen Zeit immer öfter, auf völlig gegensätzliche Visionen der Empfänger. Egal, ob es sich um den Marktplatz innerhalb einer Stadt, eines Landes, eines Kontinents oder der Welt handelt, alles hat sich gewandelt, nichts ist einfach mal so erklärbar und nichts funktioniert so richtig gut.
Kommunikation führt zu Vertrauen oder Misstrauen, steigert die Umsätze und lässt sie zurückgehen, führt zu Krieg oder Frieden, macht Glücklich oder Unglücklich, sagt alles oder nichts, ist erfolgreich oder vergeblich. Jeder will jeden in jedem Bereich übertrumpfen, und immer spielt die Kommunikation dabei die entscheidende Rolle. Wer trifft den Zeitgeist mit seinen Bildern, Worten, Tönen und Farben am besten, welche Visionen werden von der Mehrheit noch verstanden und vor allem angenommen.
Nachdem Kommunikationstrainer alle Pfeile aus ihrem Köcher verschossen haben, oder anders gesagt, ihr Wortschatz und Satzbauwissen ausgeschöpft sind, entwickeln sie sich oft eine Stufe höher, zu Mentaltrainern. Nach dem Motto, in der Ruhe liegt die Kraft der Erkenntnis. Andere begeben sich auf die Suche, nach Gleichnissen in der Tierwelt, die helfen sollen, den Menschen zu einem funktionierenden Subjekt zu formen. Die menschliche Gesellschaft, als Ameisenstaat, oben Königin und König, unten das fleißige Ameisenvolk. Alles funktioniert wie von selbst, kaum Eingriffe der Führung notwendig, der Erfolg stellt sich von selbst ein.
Während bei den Ameisen und Bienenvölkern, dieses strebsame Verhalten genetisch vorprogrammiert ist, verfügt der Mensch nicht über eine solche Programmierung.  Im Gegenteil, die einen können selbstständig Denken und Handeln, die anderen beginnen ohne auswärtige Impulse in einen monotonen Trott zu verfallen, den Blick zu fokussieren und den Überblick, über die tatsächliche Lage zu verlieren. Erfahrungen, die in alten Tagen, von den älteren an die jüngeren weitergegeben wurden, versanden nun und geraten in Vergessenheit.  Jeder erhält nur noch das Wissen, welches für die Lösung seiner Aufgabe notwendig ist. Dies bedeutet in der Masse jedoch einen Rückgang der Kreativität. Es werden Soldaten geschaffen, die ihr Ziel mit Macht und nie nachlassender Energie verfolgen. Besonders gut, ist dies bei Sekten zu beobachten. Mache Geld, mache noch mehr Geld und noch mehr. Keine Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse des Gegenübers oder die Marktsituation. Gib dich selbst auf, um dem Großen und Ganzen zu dienen.
Aber auch in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen führen solche Modelle der Kommunikation und des sozialen Zusammenlebens, zu einem kontinuierlichen Abbau des Wissens und des Zusammenhalts.
Wer allen Menschen, egal welchen Alters, das Gefühl vorgaukelt, schon alles zu Wissen, nicht auf die Erfahrungen des Alters angewiesen zu sein, stellt die Welt langfristig auf den Kopf. Die gesellschaftliche Pyramide kommt ins Wanken, Wissen geht verloren, die Kommunikation zwischen den Generationen verödet.
Es gibt so unwahrscheinlich viele Lehrbücher und Trainings zum Thema Kommunikation. Wenn man alles gelesen hat und vieles gehört hat, bleibt immer noch die Frage, was fehlt da noch? Vieles kann man erlernen, Gestik, Mimik, Haptik, Satzbau und Wortstellung, Unwörter und tolle Wörter sowie den Gesprächsaufbau. Man kann dann sein Gegenüber wunderbar einschätzen und eventuell durchs Gespräch führen. Doch ist das alles Zielführend? Was ist mit der Wahrheit, dem Sinn des Ganzen, den Auswirkungen auf die Zukunft und den Auswirkungen auf die Individuen und die Gesellschaft?
Lügen im Verkauf, werden als verkäuferische Wahrheiten bezeichnet. Die Kunden erhalten ihre, auf sie persönlich zugeschnittene Wahrheit und sind damit oftmals gut bedient und glücklich. Die Auswirkungen halten sich je nach persönlicher Situation im Rahmen. Würde manche Wahrheit sie unglücklicher machen? Oder würde das Vertrauen siegen? Wer weiß dies schon.   
In einer Gesellschaft, die Erfolg überwiegend in Geld misst, erfolgreiche Kommunikation fast ausschließlich an diesem Wert gemessen wird, hat die Wahrheit keinen Wert mehr. Ob Politik oder Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Familie, alle nutzen die verkäuferische Wahrheit, also die Lüge, um sich Vorteile zu schaffen, Besitzstände zu erhalten und unliebsame Wahrheiten zu verdecken.
Allerdings ist die Lüge des einen auch die Wahrheit des anderen. Das ist das Wunderbare an allen Formen der Kommunikation. Alles lässt sich in die eine und andere Richtung drehen und wenden. Jeder kann alles so verstehen, wie er es möchte oder vermag.
Eine Mitarbeiterin des Arbeitsamtes, welche ihre Kunden als Abschaum bezeichnet, sagt wohl aus ihrer Sicht und Meinung die Wahrheit, aus Sicht dieser Opfer eines Systems, die Unwahrheit. Aus meiner Sicht, handelt es sich nur um die Auswirkung der gesellschaftlichen Erziehung, die das Missachten des menschlichen Lebens einschließt. So begann es immer.
Kommunikation kann eine Gesellschaft einen oder entzweien. Auf welchem Weg befindet sich Deutschland? Klassendünkel, Arm und Reich, Bildungsnah und Bildungsfern, erster und zweiter Arbeitsmarkt und alle diese klassischen Wortspiele, die dieser Gesellschaft schon immer anhafteten. Nach 24 Jahren der Wende immer noch in Ost und West zu denken, die Stasimitarbeiter mehr zu jagen, als jemals zuvor die Kriegsverbrecher der Nationalsozialisten mit ihren blutigen Händen, lässt Zweifel an der Richtigkeit des Kurses aufkommen.
Kommunikation kann eine Gesellschaft ins Licht oder ins Dunkel führen. Im Lichte besehen, würde Gleichberechtigung und Chancengleichheit für alle kein Gesprächsthema mehr sein, sondern Alltag. Bildungschancen und auch die Sicherheit des Lebens und des Hab und Gutes wären gewährleistet. Die dunklen Stellen beginnen sich auszubreiten, und dabei ist es wenig hilfreich, sich als Sehender unter den Blinden zu bezeichnen und nur auf die Spitze zu verweisen. Dies taten alle vorhergegangenen Systeme und scheiterten. Alles mit Gleichmut zu betrachten und alle Faktoren zu beachten kann sich als hilfreich erweisen, im Kampf um das Gute in dieser fragilen Welt. 

Alles im Zusammenhang


Alles im Zusammenhang


Das Leben ist ein Haus mit unzähligen Fenstern und Türen. Der Mensch kann immer nur durch ein Fenster Blicken und durch eine Tür gehen. Man muss dies wohl erst begreifen und verstehen, um die Kompliziertheit des Ganzen zu erfassen. Selbst, wenn man durch alle Fenster geschaut hat und sich für die beste Aussicht entschieden hat, die Tür gewählt hat, die man durchschreiten möchte, kann sich alles anders entwickeln, kann die Aussicht trügerisch gewesen sein. Hinter den guten Aussichten verbergen sich Wahrheiten, Abläufe, Instrumentarien und gute wie schlechte Gefühle. So wie ein Künstler, ein unbekannter Maler, in Einsamkeit und hungrig sein schönstes Bild malt, welches dem Betrachter nichts über dessen Lebensumstände, seine Not verrät.
Es gibt nichts auf dieser Welt, was nicht schon gewesen wäre. Ob Gutes oder Schlechtes, alle Erfahrungen wurden schon gemacht. Alle Fragen wurden schon gestellt und alle Antworten wurden schon gegeben. Und Alles geriet immer wieder in Vergessenheit.
Schaut man sich die Entwicklungen in dieser Welt an, erhält man die Bestätigung, dass wirklich niemand in der Lage ist, alle Einflussfaktoren, welche die Abläufe auf unserem Planeten bestimmen und zu diesem oder jenem Ergebnis führen, zu kennen. Selbst Computerprogramme sind auf Informationen angewiesen, die nur der Mensch ihnen geben kann. Ohne diese Informationen wären sie so wertlos, wie Sand in der Wüste. Die Programmierer können nur Daten eingeben, die ihnen zur Verfügung stehen oder zur Verfügung gestellt werden. Bei allen, auf künstliche Technik bezogenen Programmen mögen die Ergebnisse einen hohen Wahrheitsgehalt erlangen. Überall, wo die Natur und der Mensch eine Rolle spielen, müssen die Ergebnisse angezweifelt werden, da sich die Natur auf lange Sicht, nach eigenen Gesetzen entwickelt und die Gefühle des Menschen sich wandeln und kaum vorhersehbar sind, aber einen großen Einfluss auf seine Handlungen haben.
Menschen sind und bleiben Individualisten, das ist die einzige Erklärung für die ständige Wiederholung desselben. Sie sind nicht am Ganzen und dem Zusammenhang interessiert, sondern, egal in welcher Position und in welcher Lage sie sich befinden, vor allem mit ihrer eigenen Situation befasst. Ob sie sich als Führer zusammenrotten, oder in der Opferrolle Bündnisse eingehen, es geht allen darum, die eigenen Ziele zu erreichen. Je größer der Druck von außen auf Menschen einwirkt, desto weniger Zusammenhänge werden noch wahrgenommen. Man konzentriert sich auf das Momentane, den Augenblick und verzichtet auf den Ausblick. Euphorie kann selbstverständlich auch zur Kurzsichtigkeit führen. Gewinner sind plötzlich Verlierer, Gewinne wandeln sich in Verluste, die Spieler verlieren ihre Mitspieler.
Es sind diese vielen Beispiele, die Zeugnis ablegen, für die Starrheit und Eingeschränktheit des menschlichen Geistes. Das Denken beginnt anfänglich immer umfangreicher zu werden, viele Möglichkeiten werden in Erwägung gezogen. Doch hat man sich auf eine Richtung festgelegt, verlassen immer mehr Einzelheiten den Blickbereich, werden immer mehr Einflussfaktoren negiert. Selbst offensichtliche Fehlentwicklungen werden als solche nicht mehr erkannt oder als unbedeutend eingestuft. Der Mensch hält an Dingen Fest, die ihm gefallen, das schöne Bild aufrechterhalten, selbst wenn sich rechts und links des Bildes und dahinter, die Schuttberge ansammeln. Es fällt ihm schwer, Wahrheiten zu akzeptieren, die sein persönliches Bild des Ganzen verunstalten, ihm den Weg versperren und zu Umwegen zwingen.  

Fortschritt vs. Konsum


Fortschritt vs. Konsum


Fortschritt, das Fortschreiten und Vorrangehen, das Anleiten und Anführen der Massen in jede x-beliebige Richtung. Auf zu neuen Ufern. Das Unbekannte entdecken, verdecktes aufdecken, das Erfundene und nicht Erfundene neu erfinden. Erfundenes weiter entwickeln, Entwickeltes einbinden. Fortschritt ist alles, Stillstand ist nichts. Schneller, höher, weiter, länger, intensiver, deutlicher, umfassender, klarer, verständlicher, begehbarer, erreichbarer, erklärbarer, vorteilhafter, durchschlagender, heilbarer, erkennbarer, unbedingt fortschrittlicher.
Fortschritt und Forschung sind eng miteinander verbunden. Forschung führt zu Neuerungen, die entweder Altes ersetzen oder völlig Neues entstehen lassen. Forschung bedeutet Investitionen in eine Zukunft zu tätigen, deren Ist-Zustand man zwar theoretisch erklären kann, deren tatsächliche Ausprägung allerdings im Dunkeln bleibt. Es sind wohl die Ziele der Forschung, alles was man mit ihr in allen Bereichen des menschlichen Daseins erreichen möchte, die wichtig sind und ausschlaggebend für die Sinnhaftigkeit ihres Betreibens.
Viel wird vom technischen Fortschritt gesprochen, dies ist ein rationaler Begriff. Er ist fassbar, erklärbar und verständlich. Wie sieht es dagegen mit dem Fortschritt des Menschen als Individuum aus? Beobachtet man die Gesellschaft, mit dem stetigen Anstieg von Armut, Gewalt und Gleichgültigkeit, die Zerrissenheit innerhalb von Familien, den steten Anstieg der Zahlen von Menschen, die scheinbar nur im Singledasein ihre Erfüllung finden und sich auch im Sozialgefüge immer mehr auf ihre individuellen Ziele konzentrieren, bekommt man Zweifel, dass der Mensch an sich, noch Fortschritte in seiner Entwicklung macht. Er kann die neuesten Maschinen bedienen, kennt sich mit Computerprogrammen aus, kann die Natur und alles um ihn herum beschreiben, nur nicht mit seiner Gattung vernünftig umgehen. Ist der Mensch fortschrittlich? Technik nimmt ihm viel ab und erspart ihm am Ende sogar die Notwendigkeit mit anderen persönlich zu kommunizieren. Das bedienen von Maschinen ist vorgeschrieben, immer dieselben Handgriffe, immer dieselben Gedanken, bis zur Gedankenlosigkeit. Die Masse steht unter permanenten Druck, erzeugt durch die gesellschaftlichen Verhältnisse, dem Umgang der Vorgesetzten mit den Untergebenen, der Bürokratie mit dem Volk, dem Wegfall aller Sicherheiten, die einen Lebensweg eines denkenden Wesens begleiten sollten. Ja es gibt sie, die Individuen, denen gerade die Unsicherheiten in dieser Welt als Ansporn und Energie-Reservoir dienen. Diese bilden allerdings die Minderheit und sollten nicht als Vorbild einer ganzen Gesellschaft dienen. Die Mehrheit leidet unter den Bedingungen und windet sich unter dem Druck. Krankheiten und krankhafte Ansichten beginnen sich wieder zu verbreiten. Es war in der Geschichte der Menschheit noch nie anders. Jedes dieser geschichtlichen Systeme begann mit der Freude der Menschen über Veränderung und anschließender Vernichtung des Systems durch Menschen. Wie sieht es aus mit der humanistischen Fortbildung? Wie ernst wird dies zum Beispiel in Deutschland betrieben? Wie weit sind sie, in Bezug auf die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, Frauen und Frauen, Männern und Männern? Vergessen sie nicht des Öfteren, dass den 80 Millionen ca. 7 Milliarden Ausländer gegenüberstehen? Menschen mit denselben Eigenschaften und Bedürfnissen, Menschen mit den gleichen Erbanlagen und den gleichen geistigen Voraussetzungen.
All dies und gesamtgesellschaftlich zu akzeptieren, wäre wohl ein tatsächlicher Fortschritt in Bezug auf die menschliche Gesellschaft gewesen. Gelernt wird nur durch Schmerzen, Tote Frauen, Kinder,  Ausländer, viele tote Menschen, säumen den Weg einer Gesellschaft, die immer noch ihren Weg sucht. Dieses Aufgabengebiet wurde zu lange unterschätzt und bedarf nun einer genaueren Betrachtung.
Technischer Fortschritt ist das angenehmere Thema. Alles was die Abläufe effizienter und effektiver macht, die Ressourcen der Natur durch Minderverbrauch schützt ist willkommen. Durch entsprechende Berechnungen lassen sich auch die Ergebnisse besser einschätzen, als im Gegensatz dazu die Entwicklung der Menschen. Diese behalten immer einen Überraschungsmoment und reagieren so, wie man es nicht erwartet.
Technischer Fortschritt und die dafür notwendige Forschung kosten Geld, Geld welches durch diese Form der Nutzung, dem Konsum der Bevölkerung nicht mehr zur Verfügung steht. Diese Anfangsinvestitionen sind oft sehr hoch. Die Beteiligten möchten diese in kürzester Zeit in Form von Gewinnen zurückerhalten. Der Gewinnzwang und die Zeit bestimmen die Wucht, mit der die Bevölkerung, mit den Auswirkungen von Forschung und anschließender Entwicklung konfrontiert werden. Doppelt schlimm fallen die Reaktionen aus, wenn die Projekte unter falscher und verschleiernder Kommunikation leiden, die Ziele und Erwartungen für die Zukunft nicht deutlich erklärt werden können und Zweifel an der Wirksamkeit der Maßnahmen geschürt werden. Wieder der Mensch als Gewohnheitstier, der Masse ist der eigene Stand wichtiger, als die Entwicklung des Ganzen. Wer will heute auf etwas verzichten, um einer ungeborenen Generation zu dienen? Wer glaubt, Teil der Zukunft zu sein, wo doch immer davon gesprochen wird, man solle im hier und jetzt leben. Widersprüche über Widersprüche.
Als die Gesellschaft in Europa noch die größten Sprünge im Bereich der industriellen Entwicklung machte, waren auch die Menschen am Ärmsten dran. Der Konsum sank manches Mal gegen null. Kriege waren an der Tagesordnung. Heute scheint man gerne am Alten festzuhalten, nur noch Detailfragen werden gelöst, alles konzentriert sich auf die Konsumgüter, auf den Handel.
Wind und Sonne, Wasser und Feuer, welche Umwälzungen stehen uns nun bevor, welcher Weg wird der richtige sein, geht man ihn alleine oder schließen sich andere an? 
Vieles endet immer noch an nationalen Grenzen. Die Überzeugungen des Einen sind der Graus des Anderen. Kleingeistigkeit beherrscht heute wie schon immer große Teile der agierenden Personen. Sie sind Bruderschaften, Vereinen, Firmen und anderen Gruppen verpflichtet. Manch einer verliert dadurch den weiten Blick für das Gesamte. Eigennutz ist wohl weitverbreiteter als viele annehmen. Verständlich, wenn man die Sprüche: „Man lebt nur einmal!“ und „Nach mir die Sintflut!“, ernst nimmt.
Konsumieren kann die Welt, wenn sie im Überfluss lebt und dieser gleichmäßig auf der Welt verteilt wäre. Ist er aber nicht. Menschen hungern und verhungern heute wie damals. Die einen leben in Frieden, die anderen im Krieg, die einen haben alles, die anderen nichts. Die einen Glauben an die Zukunft, die anderen haben keine. Dies ist das unverständliche an dieser Welt, deren Geheimnisse noch lange nicht ergründet sind, deren Ungerechtigkeiten noch lange nicht beseitigt sind. Man steht immer wieder vor dem Neubeginn. Ausgewogenheit fehlt ihr. 

Qualität und Quantität


Qualität und Quantität


Der Begriff Quantität ist wohl am einfachsten zu erklären. Er beschreibt lediglich den Ausstoß, die Menge und Anzahl erzeugter Güter, Waren und Dienstleistungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Das war es auch schon.
Qualität ist für viele Marktteilnehmer das in Qualitätshandbüchern niedergeschriebene und für jeden Marktteilnehmer zugängliche Wissen. Als die Welt noch zweigeteilt war, Planwirtschaft im Osten, Marktwirtschaft im Westen, war Qualität nicht nur ein leerer Begriff. Qualität hatte seinen Preis, dies war allen klar. Die Kommunisten kauften den Kapitalisten hochentwickelte Maschinen ab, um in geringem Masse ihre Produktion zu rationalisieren. Sie waren dabei von den Qualitäten der angebotenen Waren in Bezug auf Leistung, Haltbarkeit und Genauigkeit überzeugt, genau wie alle Kunden auf der Welt. Die Handbücher spielten dabei eine untergeordnete Rolle. Gefühle, entstanden aus Erfahrungen und dem Wissen der Unterlegenheit, ließen Qualitätsprodukte schon im Kopf entstehen. Qualität hatte noch seinen Preis. Qualität wurde von allen ernst genommen und war ein tatsächlicher Wettbewerbsvorteil. Durch die bessere Verteilung des Geldes, im westlichen Wirtschaftsraum bis 1989, war die dortige Bevölkerung auch in der Lage und willens, für Qualitäten entsprechende Preise zu bezahlen. Der Ostblock war nicht in der Lage, Maschinen und Anlagen im großen Stil zu kaufen, geschweige zu kopieren. Er kauft nach. Und war begeistert, dieses Gefühl, welches auch heute noch für Nachkäufe und positive Mundpropaganda sorgt und vermutlich mehr bewirken würde, als die bloße Konzentration auf bunte, leere Werbespots.
Seit der Wende sind die Qualitätshandbücher Jahr für Jahr um etliche Seiten angewachsen. QMB`s bereichern die Betriebe. Diese Qualitätsbeauftragten, denen man die Umsetzung des Qualitätsmanagements auf allen Ebenen anvertraut. Ihre Zahl dürfte mit den Jahren auch um einiges gestiegen sein. Jeder Betrieb, der etwas auf sich hält, wirbt mit seinen erfolgreich verteidigten Qualitätszertifikaten.
Was in der Bevölkerung proportional zur der Dicke der Handbücher und der Anzahl der QMB`s sank, war zum einen die verfügbare Geldmenge in der Breite der Bevölkerung und das Gefühl für Qualität.
Nicht unbedeutender ist der Umstand, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Eine einmal erstellte Checkliste wird als ausreichend empfunden. Man glaubt ihr und verlässt sich auf ihre Vollständigkeit. Der Mensch konzentriert sich auf die von ihm entwickelten oder von anderen vorgesetzten Aussagen. Der Blick fokussiert sich auf das Bekannte. Wichtige aber unbeschriebene Details werden übersehen, nicht verstanden und als unbedeutend eingestuft.
Die Märkte haben sich grundlegend verändert. Die Welt ist nun geeint. Alle Länder hängen am Tropf der Marktwirtschaft. Die einen nennen ihr System soziale Marktwirtschaft, die anderen lassen das Soziale weg. Gefühle spielen heute keine so bedeutende Rolle wie vor dem Umbruchsjahr 1989. Qualität ist schwierig zu halten gegenüber den Zwängen, die sich aus der Notwendigkeit von Profiten und marktgerechten Preisen ergeben. Alle Teilnehmer der Märkte sind ständig auf der Suche nach Einsparpotentialen. Neue Produkte und Dienstleistungen verlieren in der heutigen Zeit weitaus schneller ihr wichtigstes Merkmal, ihre Einmaligkeit. Diese Einmaligkeit, die eine hohe Qualität zu entsprechenden Preisen sichern könnte. Patente sollten diese Produkte sichern. Doch in einer immer mehr vernetzten Welt, in der sich das Wissen immer schneller verbreitet und Informationen immer mehr Menschen gleichzeitig zur Verfügung stehen, sich die Wissenschaften aller Länder immer mehr annähern und die Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen sich immer mehr ähneln, nimmt die Wirksamkeit des Patentrechts immer mehr ab. Geschützt durch staatliche Institutionen oder das Risiko von Strafandrohungen bewusst in Kauf nehmend, mit dem Wissen, aufgrund der besseren Marktgegebenheiten (niedrige Löhne, weniger Steuern) erfolgreich im Weltmarkt agieren zu können, werden Maschinen und Anlagen kopiert und anschließend gehandelt. Erkennbar ist dies, wenn in veröffentlichten Export- und Importzahlen der einzelnen Länder plötzlich neue Lieferanten auftauchen, die sich langsam aber sicher, neue Marktanteile in neuen Geschäftsfeldern und Ländern sichern. Auch dies sind heute ganz normale Vorgänge, sie bezeugen nur die Veränderbarkeit der Märkte und Einstellungen der Markteilnehmer. Und selbst, wenn es keine Raubkopien sind, sondern Eigenentwicklungen, sagt dies nur aus, Qualität können auch die anderen Marktteilnehmer. Man Vertraut nun auch diesen Newcomern, in Hinsicht auf den Nutzen der gelieferten Waren und den vorhandenen Qualitätsmerkmalen. Mehr als jemals zuvor, ist nun der Preis das Zünglein an der Waage und entscheidet über den Erfolg der Vermarktungsstrategien. Da Qualitätsvergleiche zu äquivalenten Ergebnissen führen und die Leistungsfähigkeiten der Produkte vielfach dieselben Kennzahlen aufweisen.
Wenn das Lohn- und Steuergefüge als Einsparpotential ausgeschöpft sind, was bleibt dann noch? Wenn alle über die gleichen, hocheffizienten Maschinen verfügen und diese mit maximalem Ausstoß arbeiten, wo bestehen dann noch Einsparmöglichkeiten?
Wohl nur in der Minderung der Qualität durch weniger Forschung und Erprobung und Minderung der Verwendung von hochwertigen Rohstoffen.
Kauft man sich heute Bekleidung renommierter Marken, springen einem die Knöpfe oft schon im Laden entgegen, Reißverschlüsse sind aus Plastik anstatt wie früher, aus robustem Metall und halten dementsprechend kurz und Nähte platzen nach einmaligem tragen. Diese Designer Ware kommt wie auch die Massenware aus Billiglohnländern. Heute ist schon zu beobachten, dass die Qualität dieser Waren nachlässt. Wer wenig investiert bekommt auch wenig geliefert. Ob Designer Kleidung oder Massenware, alles wird in denselben Ländern, unter denselben Bedingungen produziert und die Qualitäten gleichen sich immer mehr an.
Die Werbung hilft den Marken noch, sich über die Massenware zu stellen. Doch wäre der Mensch rational und nicht so emotional eingestellt, würde sich das Blatt bald wenden. Gleiches Herstellerland, ähnliche Qualität fordert auch einen ähnlichen Preis. Geld für einen Namen zu bezahlen, gelingt nur durch das Gefühl für Qualität. Die Werbung erzeugt dies, allerdings in immer geringerem Maße.
Wenn das Gefühl der Realität weicht, dann ist es Zeit, über Lösungen nachzudenken. Immer mehr Menschen in den sogenannten entwickelten Industriestaaten bekommen die Realität zu spüren. Jede Gehaltsforderung, egal in welchem Bereich der Volkswirtschaft verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit des Ganzen und fordert entsprechende Gegenmaßnahmen der Unternehmen zur Stabilisierung ihrer Gewinne und dem Erhalt ihrer Marktposition. Dies gilt natürlich auch für Forderungen von Mitarbeitern staatlicher Institutionen. Es geht dem Einzelnen wie auch dem Ganzen nur noch ums Geld. Es ist dieses ewige Seilziehen, dieser ewige Kampf um mehr und weniger Ausgaben und Einnahmen. Niemand kämpft mehr um den Erhalt und die Steigerung der Qualität. Kaum jemand kann die Folgen dieser Entwicklung einschätzen. Zu umfangreich sind die zu beachtenden Einflussfaktoren.
Wer wenig hat, der gibt auch wenig aus. Die Qualität weicht dann dem Nutzen für den Einzelnen. Die Autobranche kann wohl ein Lied davon singen. Doch diese Branche (wie viele andere auch) ist global aufgestellt. Rückgänge von Verkäufen in den Heimatländern werden mit dem Auslandsgeschäft kompensiert. Bei der Ergebnisbetrachtung stellt sich niemand die Frage, warum und weshalb sich Märkte so oder so entwickeln. Entscheidend ist nur, dass sie sich irgendwo auf der Welt entwickeln.
Menschen spielen heute ihre Hauptrollen als Kostenfaktoren und Marktteilnehmer. Jeder intensive Marktteilnehmer ist in anderer Hinsicht auch Kostenfaktor in seinem Arbeitsbereich. Jeder Arbeitslose oder Billiglohnarbeiter verliert seinen Wert als Marktteilnehmer. Nicht völlig, aber deren Realitätssinn, aufgrund ihrer finanziellen Situation, beschränkt die Ausgaben auf das Notwendigste. Kein neues Auto alle fünf Jahre, keine neue Wohnungseinrichtung, weil die alte sie langweilt, keine teuren Urlaubsreisen.
Nutzen und Preis vor Qualität, so kann man die Entwicklung der letzten Jahre beschreiben.
Diese Entwicklung kann nicht mehr gestoppt werden. Es ist das immer gleiche Spiel der Marktkräfte. Alle vorherigen Systeme der Marktwirtschaft verließen sich auf die Selbstreinigungsfähigkeiten und Selbststeuerung der Märkte und endeten im Chaos. Es begann immer mit der Verarmung großer Teile der Bevölkerung, der dadurch einsetzenden Verarmung der Städte und Kommunen und dem Rückgang der Industrieproduktion. Der letzte Faktor kann durch die Globalisierung noch etwas hinausgeschoben werden. Aber irgendwann ist auch dort die Sättigung erreicht.
Qualität benötigt weniger Vorschriften als Zeit und einen offenen, umsichtigen und immer wachen Blick aller Beteiligten auf die Details. Nicht die verallgemeinerten Vorschriften und deren Einhaltung entscheiden über die erreichten Qualitätsstufen, sondern nur das Wissen und der Einsatz aller Produktionsteilnehmer für Qualität können diese langfristig sichern.
Vom Autokraten zum Gefühlsmenschen zurückzufinden könnte helfen, Einstellungen zu ändern, Aussichten zu verbessern und so manches Rennen zu gewinnen. Dies gilt nicht nur in Bezug auf Qualität, sondern betrifft alle Bereiche des menschlichen Sozialgefüges. Seine Wahrnehmung zu schärfen, über das Notwendige hinauszudenken und öfter mal innezuhalten, um neuen Gedanken Raum zu geben,  wird notwendig sein, eine solche Entwicklung zu befördern.
Die Reduktion aller Abläufe auf den Faktor Geld führt zu einem langsamen aber sicheren Tod des Wirtschaftskreislaufs. So sicher, wie die Erwärmung des Klimas eines Tages die globale Wetterzirkulation zum Stehen bringen wird und eine Eiszeit den Zyklus von neuem beginnt. Das Reißen und das Zerren stehen dem Miteinander entgegen. Ein Schiff, dessen Ballasttanks defekt sind, wird bei schwerem Seegang kentern. Rotierende Teile, die eine Unwucht aufweisen, zerstören sich selbst. Planeten mit großer Masse ziehen kleinere Masseteilchen an und nehmen sie in sich auf. Ausgeglichenheit wäre eine Lösung. Doch diese lässt sich mit Menschen nur schwer erreichen. Der Egoismus und die Selbstherrlichkeit sind zu weit verbreitet, im Gegensatz zum nur in den Ansätzen vorhandenen Wissen um die Resultate aller Handlungen in der Summe. Alles ist nur Stückwerk, Emotionen versperren den Blick  auf wichtige Details und vernebeln den Blick auf zukünftige Geschehnisse. Der Hang zu Gewohnheiten verhindert Neues.